Advertisement
Technologie und Medienrealisation in Film und Video





ARRI ALEXA LF | KAMERATECHNIK    Ausgabe 02/18

Large Format – für Kino und TV

- Anzeige -

Zur Anfang Februar stattfindenden BSC Expo in London hat ARRI auf Basis der ALEXA LF und der ARRI Signature Primes ein neues Kamerasystem für das große Format vorgestellt. Ruodlieb Neubauer erfuhr die Beweggründe und wie das neue System das vorhandene ergänzt.

 

Im vorigen Jahr war auf der NAB und besonders auf der IBC 2017 stärker denn je zu spüren, wie sehr der Trend in Richtung Vollformat- Objektive und darüber hinaus Schwung aufnimmt. Schon einige Zeit war man in der Branche mehr als neugierig gewesen, was ARRI nach der ALEXA 65, die nur bei ARRI Rental erhältlich ist, in dieser Richtung bringen wird.

Stephan Schenk, als Geschäftsführer der ARRI Cine Technik auch verantwortlich für die Business Unit Camera Systems: »Die Erwartungshaltung im Markt ist sehr groß. Eigentlich stehen schon seit längerer Zeit deswegen die Telefone nicht mehr still. Es geht allerdings nicht nur um eine Kamera, sondern um ein ganzes Kamerasystem. Die Business-Unit heißt eben Camera Systems. Deren Angebot umfasst schon seit langer Zeit auch Objektive, Zubehör, nicht zuletzt verschiedene Workflows, und seit etwa einem Jahr auch den Bereich Stabilisierungssysteme, wie zum Beispiel TRINITY und demnächst auch den SRH-3-Remote-Kopf, den wir auf der IBC vor­gestellt haben. Also alles, was ein komplettes System ausmacht.

Da die Nachfrage nach Bildern von Sensoren mit größerem Format als Super35 immer stärker wurde, haben wir uns auch diesem Thema gewidmet. Die ALEXA 65 hat dabei eine wesentliche Rolle gespielt, denn die Bilder, die mit dieser ­Kamera gemacht wurden, haben eine sehr posi­tive Resonanz gefunden. Nun ist 65mm mit seinem Datenvolumen nicht für jedermann erschwinglich und auch nicht für jede Produktion unbedingt nötig, weshalb uns bald die Frage ­gestellt wurde, ob wir nicht etwas dazwischen ­herausbringen könnten.«

Einen genauen Entwicklungsbeginn der
ALEXA LF zu datieren ist schwierig. Sicher, beim Sensor flossen Erfahrungen ein, die man bei der ALEXA 65 gesammelt hat. Man könnte aber auch sagen, dass es schon vor der ALEXA begann, in Anspielung an die Feierlichkeiten im vorigen Jahr genau genommen schon vor zehn Jahrzehnten. Eine wichtige Entscheidung für das Projekt einer Kamera zwischen ALEXA und ALEXA 65 soll jedoch etwa vor eineinhalb Jahren gefallen sein.

Die neue ALEXA LF verfügt über einen neuen Sensor, der allerdings bei der einzelnen Photo­site mit derselben Technologie und Color Science wie bei der ALEXA, der ALEXA Mini, der AMIRA oder der ALEXA 65 arbeitet. Deshalb wissen Kameraleute sofort, dass auch die ALEXA LF wieder zur gesamten Familie kompatibel ist, dass sie mit der gleichen Farbgebung rechnen und mit den gleichen LUTs arbeiten können wie bei den anderen digitalen Kameras von ARRI.

Wer also Näheres über das Look-Management-System der ALEXA LF erfahren möchte, kann bei unserem Workshop, der in Ausgabe 01/18 begann, tiefer einsteigen, obwohl dieser im Rahmen eines Trainings an der ARRI Academy zur ALEXA bzw. ALEXA Mini entstand.

Large Format

Im Prinzip basiert die ALEXA LF auf der ALEXA 65, allerdings mit einem Sensor, der nicht der dreifachen Größe der ALEXA SXT entspricht (Alexa 65: 54,12 x 25,58 mm, 59,86 mm Bildkreis), sondern der doppelten. Da er zwei Drittel der Fläche des großen Sensors der ALEXA 65 aufweist, hat ARRI dieser Version das Kürzel »LF« – für »Large Format« mit auf den Weg gegeben. Mit 36,70 x 25,54 mm (44,71 mm Bildkreis) ist der Sensor etwas größer als Full Frame Foto (36 x 24 mm, 43,27 mm Bildkreis). Die RED 8K VV und Panavision DXL weisen mit 40,96 x 21,60 einen Bildkreis von 46,31 mm auf, die Venice von Sony liegt mit 36,20 x 24,10 (43,49 mm Diagonale) sowohl beim Bildkreis als auch bei der Fläche etwas unter der ALEXA LF.

Aus dem Vergleich der Flächen der Sensoren erschließt sich die Begründung für die Bezeichnung »Large Format«: über allen thront die ALEXA 65 mit 1384 mm2, dann kommt die ALEXA LF mit 937 mm2, es folgen die RED 8K VV und Pana­vision DXL mit 885 mm2, die Sony Venice mit 872 mm2, und dann erst Full Frame Foto, auch bekannt unter dem Begriff »Kleinbild« mit 864 mm2. Bei der ALEXA LF werden die von 4448 x 3096 Photosites gewonnenen Daten gespeichert.

»Wie bei der ALEXA 65 geht es auch hier nicht um die Auflösung, sondern um eine andere Bildsprache«, betont Stephan Schenk. »Wenn man sich ansieht, womit zurzeit 70 bis 80 Prozent der digital gedrehten Filme aufgenommen werden, landet man bei der ALEXA. Es geht also um das Bild, das man bekommt, nicht um die Auflösung. Im Gegenteil, Kameraleute nutzen jede Art von Objektiven, teilweise sogar mit der Argumentation, die Auflösung wieder etwas herauszunehmen. Das Large Format bietet für Kameraleute eine zusätzliche Wahl nicht nur in Bezug auf die Schärfentiefe, sondern auch auf die Charakteristik des Bildes.«


<< zurück
- Anzeige -

Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Mit der Anmeldung nehme ich folgende Informationen zur Kenntnis:

Ihre Angaben werden entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz verarbeitet, genutzt und insbesondere nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben. Wir erheben, verarbeiten und nutzen die von Ihnen angegebenen personenbezogenen Daten nur zum Zwecke der Zusendung unseres Newsletters. Sie können der Verarbeitung und Nutzung Ihrer E-Mail-Adresse im Newsletter jederzeit widersprechen und sich abmelden. Hierzu klicken Sie bitte in der E-Mail auf den entsprechend gekennzeichneten Link, Ihre Daten werden dann gelöscht.

Es gilt die Datenschutzerklärung (https://www.eubucoverlag.de/datenschutz/) der EuBuCo Verlag GmbH, die auch weitere Informationen über Möglichkeiten zur Berichtigung, Löschung und Sperrung Ihrer Daten beinhaltet.