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Technologie und Medienrealisation in Film und Video





JIM KNOPF und Lukas der Lokomotivführer | Produktionsbericht    Ausgabe 03/18

Bahn frei für die Fantasie

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Ein Kinderbuchklassiker voll sprühender Fantasie und ein Budget von fast 25 Mio. Euro. Produzent Christian Becker ist die erste Realverfilmung von Michael Endes »Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer« gelungen. Fünf verschiedene VFX-Firmen erweckten Lummerland und Co. zum Leben. Sonja M. Schultz sprach mit VFX Supervisor Frank Schlegel über das Ausnahmeprojekt.

»Eine Insel mit zwei Bergen und im tiefen weiten Meer …« Wer das Lummerland-Lied der Augsburger Puppenkiste schon einmal gehört hat, der summt diese Zeilen automatisch mit. 1960 veröffentlichte der damals noch unbekannte Michael Ende sein erstes Kinderbuch. Es handelte vom schwarzen Jungen Jim Knopf, seinem Freund, dem Lokomotivführer Lukas, und Lokomotive Emma. Der Roman entwickelte sich zur Erfolgsgeschichte. 1961/62 wurde er erstmals von der Augsburger Puppenkiste verfilmt, in den 70er Jahren noch einmal in Farbe. Generationen von Kindern sind mit Jim Knopfs Abenteuern groß geworden und haben immer noch das blaue Meer aus wogender Plastikfolie vor Augen, das die Insel Lummerland im westdeutschen Fernsehen umspülte. So auch Produzent Christian Becker (»Der Wixxer«, »Die Welle«, »Fack Ju Göhte«). Gemeinsam mit den Drehbuchautoren Sebastian Niemann und Dirk Ahner entwarf Becker die Vision einer Romanverfilmung, die auch jene Männer überzeugte, die das literarische Erbe von Michael Ende verwalten. Bis das Mammutprojekt an Ostern 2018 tatsächlich die Leinwand erblicken durfte, mussten allerdings noch reichlich Hürden genommen werden. Fast 14 Jahre lang arbeitete Christian Becker auf den großen Moment hin.

CG-Figuren, wilde Environments

»Auch für mich war das die Verwirklichung eines Kindheitstraums«, sagt Frank Schlegel. »Ich habe das Buch als Kind vorgelesen bekommen und die Sendungen der Augsburger Puppenkiste ge­sehen. Jetzt sollte diese Geschichte plötzlich real gedreht werden, mit VFX. Das hat mich sehr ­gereizt. Zumal alles an komplexen Aufgaben in dem Projekt steckt, was in der VFX-Welt so vorkommt.« Schlegel kam Anfang 2016 zum »Jim Knopf«-Team dazu. Als Visual Effects Supervisor war er zuletzt für Produktionen wie »Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt« oder »Egon Schiele: Tod und Mädchen« (beide 2016) tätig; bei Wes Andersons »Grand Budapest Hotel« (2014) zeichnete Schlegel als Miniature Effects Supervisor verantwortlich. Er hat Erfahrung mit der Koordination von Großprojekten aller Art. »Zu Beginn gab es bei ›Jim Knopf‹ noch die Idee, vieles mit Modellen zu lösen«, erzählt der VFX-Spezialist. »Nur haben wir im Laufe der Vorbereitungen gemerkt, dass uns das einschränken würde. Der Modellbau und der digitale Bau von Sets hätten zwar ungefähr gleich viel gekostet. Aber das Modell will ja auch noch gedreht sein. Und es würde für eine lange Zeit viel Studioplatz belegen. Am Ende war das Digitale der sinnvollere Weg.«

Christian Becker und seine Rat Pack Filmproduktion konnten als Koproduzenten Warner Bros. Entertainment, Studio Babelsberg, die Bavaria Studios und die australische Firma Malao Film ­gewinnen. Als Förderer kamen FFF Bayern, das Medienboard Berlin-Brandenburg, die FFA, die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg, der DFFF und der German Motion Picture Fund mit an Bord.

Rat Pack und Frank Schlegel entschieden sich, bei einem Vorhaben von diesen Ausmaßen mit mehreren VFX-Häusern zusammenzuarbeiten. Trixter Film aus München machte die 3D-­Figuren lebendig. Rise FX in Berlin kümmerte sich um actionreiche Sets wie das »Tal der Dämmerung«. Bei Scanline VFX in München und Stuttgart entstanden die Insel Lummerland und alle Wasserszenen. Chimney Deutschland nahm sich in Berlin der Piratenbande »Wilde 13« an. Und ­Mackevision Medien Design in Stuttgart und München war für das sagenhafte Land Mandala mit seiner kaiserlichen Hauptstadt Ping verantwortlich. Bis zu 500 Digital Artists waren manchmal gleichzeitig mit den Effekt-Arbeiten beschäftigt.


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