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Technologie und Medienrealisation in Film und Video





ARRI Look Management TEIL 3 | WORKSHOP    Ausgabe 03/18

Belichtungs-Spiel-Raum

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In einem eingehenden zertifizierten Training für ALEXA SXT und ALEXA Mini, das Florian Rettich in der ARRI Academy durchführte, hat Ruodlieb Neubauer einiges über das Look Management in den Kameras von ARRI erfahren.

 

Wie wird bei der Einstellung der Belichtung ­einer Kamera von ARRI am besten vorgegangen? Der Belichtungs-Index wird z.B. auf 800 gesetzt, Framerate und Shutter werden eingestellt, der Weißabgleich gemacht. Dann kann ganz klassisch mit dem Belichtungsmesser gearbeitet werden, indem die Kalotte ins Führungslicht gehalten wird. Mit dem Spotmeter wird eine Karte mit 18% Referenz-Grau benötigt – im Führungslicht, aus der Kamera-Achse gespottet. Oder es ist bekannt, um wie viel der Hautton des Darstellers erfahrungsgemäß über 18% liegt. Angenommen, dies ist etwa eine Blende darüber, dann wird bei einem Ergebnis von Blende 5,6 an der Kamera Blende 4 eingestellt.

Darüber hinaus wird das Spotmeter weiterhin benutzt, um den Szenenkontrast auszumessen und gegebenenfalls zu verändern. Wenn ein Fenster z.B. sechs Blenden über 18% ist, hilft die Grafik rechts, die zeigt, wie die ALEXA bei den verschiedenen Belichtungsindizes mit Licht umgeht.

In der Praxis kommt es allerdings sehr oft vor, dass in manchen Produktionsformen zu wenig Zeit zum Ausmessen vorhanden ist, oder es gar zu wenige Mittel gibt, um überhaupt zu leuchten. In einem Dokumentarfilmprojekt muss man sich innerhalb kürzester Zeit überlegen, was im Bild wichtig ist: der aus dem Hellen kommende Protagonist oder Derjenige, der im Schatten stehend auf ihn wartet. Wiederholung nicht möglich.

Soll die Blende nicht gezogen werden, ist es günstig, seine (digitale) Filmemulsion zu kennen. Auch die Falschfarbendarstellung im Sucher ist hilfreich. Dabei wird das Bild schwarz/weiß, die Farbinformation entspricht bestimmten Helligkeitswerten: Rot steht für geclippte Highlights, Gelb für kurz davor, im Schatten ist Lila gestaucht, Blau ist knapp darüber, kann also gerade noch so vom Schwarz bzw. Rauschen unterschieden werden. In der Mitte entspricht Grün dem Referenzgrau von 18%, Rosa liegt eine
Blende darüber und entspricht dem kauka­sischen Hautton. Dies kann auch während der Aufnahme überprüft – und gegebenenfalls noch korrigiert werden.

So ist z.B. der Mann noch als Schatten vor der Wand erkennbar und der Himmel noch nicht weiß, sondern nur entsättigt, weil kurz vor dem Clipping. Meistens soll ein wenig Farbe im Himmel erhalten bleiben, um sie nachher selektiv wieder angreifen zu können. Eventuelle Reflexe sind sowieso jenseits von Gut und Böse. Die Devise heißt also vielleicht: »Expose to the right«. Man gibt also dem Sensor in den dunklen Teilen so viel Licht wie möglich, ohne Wichtiges zu clippen. Der Rest ist eine persönliche Entscheidung auf Basis von Erfahrung...


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