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Audi FIS Ski World Cup Adelboden | Kommunikation    Ausgabe 03/18

Miteinander sprechen können

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Beim Audi FIS Ski World Cup am Chuenisbärgli in Adelboden sprach Ruodlieb Neubauer mit Martin Céréda von Riedel, der die Betreuung der Kommunikations-Infrastruktur vor Ort leitete.

Im Jahre 1956 lud der damals frisch­gebackene Kurdirektor Dr. Fred Rubi seine ehemaligen Rennfahrerkollegen zu den ersten ­Internationalen Adelbodner Skitagen ein. Damals traten 36 Fahrer vor 2000 Zuschauern zum ersten Rennen unter diesem Titel an – in Pullovern, Wollmützen und Keilhosen.

Seither hat sich nicht nur die Mode und die Ausrüstung der Skirennläuferinnen und -Rennläufer ein wenig geändert. Es folgten durchaus wechselhafte Jahre, geprägt von zu viel, oder viel zu wenig Schnee, von traumhaftem oder alptraumhaftem Wetter, von vielen durchgearbeiteten Nächten vor den Renntagen, und von tiefgreifenden Veränderungen in der Organisation. 1959 mussten die beiden Slaloms zum ersten Mal auf die Tschentenalp verlegt werden. 1967 wurde das Rennen erstmals als FIS Weltcup durchgeführt, der Grundstein für den heutigen Riesenslalom-Klassiker, der enorm in der Bevölkerung verwurzelt ist.

Heute ist man gewohnt, dass fast schon jeder Skihang in den Alpen über Beschneiungstechnik verfügt. 1974 brachte man noch 120.000 Liter Wasser auf die Tschentenalp – in Milchkannen, mit der Sesselbahn. 1989 und noch 2003 holte man den Schnee per Lastwagen heran: 450 ­Ladungen, vom Grimselpass und von Geils. Zwar hatte man schon 1999 die erste fixe Beschneiungsanlage gebaut, mit der man Schneedepots anlegen und die gesamte Piste beschneien konnte, aber diese Anlagen benötigen etwas, das in den Alpen immer öfter nicht ausreichend vorhanden ist: Kälte. So wuchsen mit den Jahren nicht allein die Zuschauerzahlen, sondern auch die Kosten. 1982 übertrug das Schweizer Fernsehen das Rennen erstmals live, 5000 Zuschauer waren vor Ort. 1991 betrug das Budget zum 25. Weltcup-Rennen 160.000 Franken. In diesem Jahr waren es für die zwei Tage 5,4 Mio. Franken.

Dabei stellen die Rennen selbst keine Geldquelle dar, im Gegenteil, unter dem Strich sind sie eine große Investition, die sich über die (geschätzte) Wertschöpfung von 10,3 Mio. Euro in der Tourismus-Region auszahlen muss. Denn ­viele Hotelzimmer sind nicht mit Touristen belegt, sondern mit Teams, mit Leuten von der FIS, mit Angestellten der Gewerke, mit Journalisten. Diese machen weitaus weniger Umsatz als Touristen und zahlen, wenn überhaupt, um einiges niedrigere Preise. Eigentlich bräuchten alle Gewerke mehr Personal vor Ort. Es gibt allerdings nicht mehr Zimmer.

Kommunikation

Die vielen Beteiligten stellen auch für die Koordination eine enorme Aufgabe dar. So galt es 2018, allein am Freitag 300 Helfer zu lenken, am Samstag, dem Tag des Riesenslaloms, 1.600 Personen, und am Sonntag beim Slalom 1.400 Personen. Für die Mitarbeit an den Renntagen werden lokale und regionale Vereine einbezogen. Die Anwohner des Veranstaltungsgeländes sind über den »Bodenrat« eng in die Planung der Veranstaltung eingebunden. In diesem Jahr kamen zum Riesenslalom 31.000 Zuschauer, zum Slalom 10.000, allein auf der extra dafür aufgebauten Tribühne hatte man 4900 Zuschauer pro Tag. Übertragen wurden die Rennen in Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich, Bulgarien, Finnland, Schweden, Russland, Kroatien, Norwegen, Slowenien, Kanada, USA und Japan, vor Ort waren die TV-Stationen SRF, RTS, RSI, ORF, ARD, ZDF, SWT, SVT, Eurosport und BBC.

Auch in diesem Jahr war es gar nicht so ­sicher, ob die Rennen stattfinden könnten – zuerst regnete es einige Tage, dass der Schnee sich in den Bergen davon machte, dann fand eine Mure Gefallen an einer neuralgischen Stelle der Straße und nahm ein gutes Stück mit sich. Wie sollten die 120 Busse einen großen Teil der 30.000 Gäste nach Adelboden bringen? Die ­Lösung war eine Glanzleistung einer spezialisierten Firma, die innerhalb einer Nacht eine zumindest einspurig befahrbare Behelfsbrücke in schwierigstes Terrain zauberte. Die notwendige Verkehrsregelung klappte dann wieder wie gewohnt mit Schweizer Präzision.

»Um die Busse auf ihrer Pendelfahrt zwischen dem temporären Busterminal in Frutigen und nach Adelboden hinauf je nach Bedarf dirigieren zu können oder bei einem Unfall die notwendigen Maßnahmen managen zu können, hatten die Veranstalter vor drei Jahren die Anforderung gestellt, auf der gesamten Strecke vier durchgehende Funkkanäle zur Verfügung zu haben«, erzählt Martin Céréda von Riedel, der die Betreuung der Kommunikations-Infrastruktur vor Ort leitete. »Mit analoger Technik wäre das in dieser Umgebung nicht so einfach möglich gewesen«, erklärt er.

Dazu wurden in Frutigen und in Adelboden je ein Funkmast aufgebaut, die zusammen per Internet verlinkt waren und die digitalen Repeater an der Strecke beschickten. So können Wartezeiten an das Busterminal in Frutigen durchgegeben werden, gleichzeitig kann die Anzahl der fahrenden Busse flexibel an den aktuellen Bedarf angepasst werden.

Nicht nur die Inhalte müssen in der Kommunikation verständlich transportiert werden, während des Rennens ist an manchen Punkten die Sprachqualität entscheidend. Dann ist die Zeit nicht vorhanden, extra nachzufragen, welcher Streckenposten gerade spricht – die Verantwortlichen müssen ihn an der Stimme erkennen können. Deshalb musste man neben dem digitalen Funksystem für den gesamten Event-Betrieb und die Security auch ein analoges Funksystem mit vier Kanälen bauen, plus die Verbindung der Standorte Adelboden und Frutigen. So ist man in Adelboden mittlerweile bei insgesamt 22 Kanälen und 350 Geräten gelandet, teils analog, teils digital, was in der Koordinierung der Frequenzen und für das Dispatchen ziemlich anspruchsvoll wurde.

»Für eine Veranstaltung wie diese ist die Kommunikation per Sprechfunk enorm wichtig. Man ist abhängig vom Wetter, es gibt durchaus Risiken – in den Bereichen Sport, Rettung, Jury, bei den Pistenarbeitern, bei der Security und bei den internen Abläufen. Das kann man mit Telefonen nicht abdecken, weder logistisch, noch im Ereignisfall«, weiß Martin Céréda. Dabei sind da die ­Kanäle für die Fernsehcrews und die Technik­firmen noch gar nicht mitgezählt.


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