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HDR-Workshop TEIL 1 | Produktions-Technik    Ausgabe 07-08/18

HDR beim Dreh und im Grading

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Im Rahmen eines Workshops für Kameraleute, den die Berliner Cine Chromatix zusammen mit MBF und den Delight Rental Studios veranstalteten, beschäftigte man sich intensiv mit dem Thema HDR. Lead Colourist Tobias Wiedmer und Senior Colourist Luisa Hermanns von Cine Chromatix ziehen ein Résumé.

Gemeinsam mit Colouristen und DoPs wollten wir an praktischen Beispielen testen, welche Licht-Setups und Einstellungen für HDR funktionieren, wo Schwierigkeiten liegen, wie man Kompromisse zu SDR knüpfen kann und natürlich uns an den neuen Möglichkeiten und den Stärken von HDR erfreuen. Dafür hatten wir sowohl am Set als auch in der Grading-Suite zwei HDR-Displays Eizo 3145 Prominence und zum Vergleich noch mehrere SDR-Klasse-1-Monitore von Sony, worauf wir in SDR und LogC schauen konnten. Leider ist es relativ schwierig, HDR ohne einen HDR-Monitor zu zeigen, sodass für diesen Artikel der Effekt meist nur simuliert werden kann. Der Beitrag richtet sich in erster Linie an DoPs und Oberbeleuchter.

I. HDR in der Theorie

Was ist HDR? Beim Wort HDR, denken die Meisten an verschiedene Belichtungen, die dann mittels Tone-Mapping oder/und Compositing in einem Bild vereint werden. 

Im Falle von HDR-Monitoring und -Grading geht es aber nicht darum. Es ist nichts desto trotz von Vorteil, so viel Zeichnung wie möglich von der Original-Szenerie mit der Kamera einzufangen. HDR heißt »High Dynamic Range« und damit ist in erster Linie der Bereich zwischen dem dunkelsten Schwarz und dem hellsten Weiß gemeint. In Abgrenzung dazu bezeichnet man den bisher genutzten Dynamikbereich als »Standard Dynamic Range«, kurz SDR. Die Helligkeiten werden meist in der Einheit »nit angegeben (Latein »nitere«: scheinen). 1 Nit entspricht 1 cd/qm.

Monitorhelligkeit und Bildhelligkeit

Im Vergleich zu einem SDR-Klasse-1-Monitor hat ein HDR-Monitor einen tieferen Schwarzwert und einen helleren Weißwert. Nach den aktuellen Standards kann der Weißwert bis zu 10.000 Nits betragen und einen Schwarzwert von annähernd 0 Nit. Ein aktueller SDR-Klasse-1-Referenzmonitor wird dagegen auf 100 Nits kalibriert und der Schwarzwert beträgt max. 0.05 Nits. Dass der Monitor heller ist, heißt aber im Optimalfall nicht, dass der Bildinhalt ebenfalls heller sein muss. Würde man im Grading alles proportional heller korrigieren, ohne die Verhältnisse zu ändern, würde aller Wahrscheinlichkeit nach das Bild ästhetisch nicht mehr als schön empfunden werden. Man gewöhnt sich an die Helligkeit und verspielt damit den Vorteil von HDR. Ein Bild, das keine besonderen Lichter enthält, sollte ähnlich aussehen wie ein SDR-Bild. Zum Einsatz kommt das Potenzial von HDR also nur, wenn besonders helle Lichter (oder besonders tiefe Schwärzen) dargestellt werden, die sich vom Rest des Bildinhaltes stark abheben sollen. 

In der Grafik auf der vorigen Seite sieht man, dass die Belichtungszonen aus dem SDR-Bereich nicht einfach vergrößert werden. Vielmehr kommen bei HDR zusätzliche Zonen dazu, die die
ursprünglichen nicht beeinflussen. Die verschiedenen Helligkeiten können genutzt werden, um Varianzen in Helligkeiten zu erzählen. Bei SDR ist der Unterschied zwischen einem weißen Blatt
Papier in der Sonne und einer Explosion sehr gering. Beides ist annähernd 100% weiß. Bei HDR hingegen können sich die verschiedenen Helligkeiten deutlich unterscheiden.


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