Technologie und Medienrealisation in Film und Video





Terra X – Spione Im Tierreich | Produktionsbericht    Ausgabe 03/19

Spione im Tierreich

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Zu Neujahr zeigte das ZDF in der Reihe Terra X in »Abenteuer Winter – Tiere im Schnee«, wie heutige Tier-Dokus ihre Kameras möglichst nahe an die Tiere heranbringen, ohne sie zu stören. Ruodlieb Neubauer hat von Redakteur Michael Leja einige Infos bekommen.

© John Downer Productions for BBC, ZDF

© John Downer Productions for BBC, ZDF

 

Bei modernen Doku-Drehs kann man Bilder sehen, die so extrem nahe an den Wildtieren dran sind, dass man sich fragt, wie viele Kameraleute diese Produktion denn so benötigt hat – pro Szene. Denn der Hintergrund ist klein, der Eisbär ist groß. Weitwinkel. Eisbären sind bekanntlich keine Kuscheltiere. Und selbst bei tiefen Temperaturen sind sie nicht Steiff.

Die Lösung des Rätsels sind Spezialkameras. Eingebaut in Steinen, Eisblöcken, Kugeln, fahr- bzw. schwimmfähigen Vehikeln, oder auch in eigenartigen Tierwesen, die Aussehen, Duft und bestimmte Verhaltensweisen so genau imitieren, dass sie von den Tieren nicht behelligt, von vielen sogar akzeptiert werden – meistens zumindest.

Animatronics, möglichst lebensecht aussehende, elektro-mechanisch bewegte Figuren, gibt es schon lange. Der Begriff kombiniert die englischen Wörter animation (Lebhaftigkeit, Bewegung) und electronic. Berühmte Kino-Helden wie Godzilla, T-Rex und viele Figuren aus Jurassic Park waren Animatronics. Die Realisation derartiger Kunstwesen wird im Fiction-Bereich mittlerweile weitestgehend durch computergenerierte Bilder (CGI) übernommen. Animatronics, gekoppelt mit ausgeklügelten Kamera-Systemen, in Tier-Dokumentationen einzusetzen, gilt hingegen als geradezu revolutionär.

So wurden z.B. Bilder möglich, wie eine schlaue Geradeschnabel-Krähe in den Regenwäldern Neukaledoniens sich aus einem kleinen Ast ein Spezialwerkzeug bastelt, um Bockkäfer-Larven aus dem Baum zu holen – aus der Sicht einer Spionage-Made. Die Vögel suchen sich immer je nach Bedarf in Länge und Dicke passende Stöckchen, die sie als Angel für den Greifreflex der Maden nutzen. Sie wählen auch gebogene Ästchen, und passen sie sogar während des Angelvorganges an – sequenzielle Intelligenz. Die Bilder stellten nicht weniger als eine Sensation dar, denn bis dahin hatte man das nur Menschen und Schimpansen zugestanden. Fragen sie mal Jane Goodall zu dem Thema.


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