Technologie und Medienrealisation in Film und Video





Selbstbestimmt. Perspektiven von Filmemacherinnen | Berlinale-Retrospektive    Ausgabe 04-05/19

Anleitungen zum Ungehorsam

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Das Filmschaffen von Frauen aus Ost- und Westdeutschland ab den 1960ern stand im Fokus der diesjährigen Berlinale-Retrospektive. Nun liefern zwei gehaltvolle Begleitbände und eine DVD noch mehr Material zu einem bislang unterbelichteten Thema. Sonja M. Schultz hat sich alles angesehen.

Bärbl Bergmann bei Dreharbeiten zu »Rüpel« (1962) © DEFA-Stiftung / Kurt Schütt

Bärbl Bergmann bei Dreharbeiten zu »Rüpel« (1962) © DEFA-Stiftung / Kurt Schütt

 

»Was soll das bitte heißen – ›Frauenfilm‹? Der Begriff ›Frauenfilm‹ ist eine Erfindung von Männern, um uns aus der Konkurrenz ’rauszuhalten.« Das erklärte Ula Stöckl, die zur ersten Generation westdeutscher Filmemacherinnen zählt, die ab Ende der 1960er Jahre begann, trotz widriger Umstände in eine Männerdomäne einzubrechen. Einige wenige berühmte Frauen auf dem Regiestuhl hatte es zwar schon gegeben – die Animationsfilmerin Lotte Reininger, Leontine 

Sagan mit »Mädchen in Uniform« (1931) oder die notorische NS-Propagandistin Leni Riefenstahl. Vereinzelt führten Frauen auch nach dem Krieg Regie, nur wirklich sichtbare und kontinuierliche Karrieren entstanden daraus nicht. Zumeist arbeiteten sie in DDR und BRD eher als Autorinnen, Dramaturginnen oder Schnittmeisterinnen. Doch in den Sechzigern tat sich etwas im Filmgewerbe. In Westdeutschland ging aus dem männlich dominierten 68er-Aufbruch die Zweite Frauenbewegung hervor. Frauen bildeten eigene Netzwerke und Initiativen wie den Verband der Filmarbeiterinnen oder die Zeitschrift »Frauen und Film«, nutzten neue Ausbildungsmöglichkeiten. So zählten Ula Stöckl und Claudia von Alemann zu den ersten Film-Absolventinnen an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Und auch bei der DEFA traten nun Regisseurinnen nicht mehr nur in den Bereichen Kinder- und Animationsfilm in Erscheinung, sondern auch beim Spielfilm.


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