Technologie und Medienrealisation in Film und Video
Neue Produkte    Ausgabe 07-08/16

8K-Panavision Millennium DXL

Mit der Millennium DXL hat Panavision den Prototypen einer 8K-Kamera für den Verleih vorgestellt.


Von Panavision stammen die Großformat-Objektive (motorisierte Primo 70) und Anamorphoten sowie modulares Zubehör, RED steuerte die Bus-Technologie und den kommenden 8K-Sensor bei, Light Iron die Farbtechnologie und den Workflow. Dessen Basis soll der Bild-Mapping-Prozess namens Light Iron Color sein, der Vorschaubilder in 4K in Form von Apple ProRes oder Avid DNx.. direkt aus der Kamera ermöglichen wird - geplant sind hier nicht weniger als sechs unabhängige Video-Ausgänge mit sechs unabhängigen 1D-LUTs bzw. vier unabhängigen 3D-LUTs. Light Iron Color ist kompatibel zu allen üblichen Farbräumen und Transfer-Kurven.

Da man gleichzeitig 8K-RAW-Material des RED-Sensors (.r3d) mit bis zu 60 fps mit 16 Bit Farbtiefe aus der Kamera holen will, muss man mit einer beträchtlichen Wärmeproduktion fertig werden. Dazu hat man ein System mit zwei Lüftern entwickelt, das die Luft an der Oberseite der Kamera hinausbläst, wobei das Dach des Gehäuses zusammen mit den modularen Griffen als Cheeseplate-System für Zubehör dient. Gleichzeitig ist das Gehäuse für Zubehör-Module ausgelegt. Gespeichert wird auf SSD-Medien. Bemerkenswert, dass Michael Cioni als DXL-Product- Director und President von Light Iron betont, dass die 8K-Akquisition mit dem Full-Frame-35,5-Megapixel-Sensor nicht schärfere, sondern weichere Bilder ermöglicht, wobei 8K als Super- sampling-Format dienen soll, aus dem man dann genauso weiche Bilder für das Finishing in 4K, 2K oder HD bekommt. Nicht ganz unwichtig dabei ist, dass die Bezeichnung »Großformat« hier meint, dass man mit dem 8K-RED-Sensor größer als mit einem Vollformat-Kleinbild-Sensor von 36 x 24 mm (43,27 mm Bilddiagonale) aufnimmt, nämlich mit maximal 40,96 x 21,6 mm, was eine Bilddiagonale von 46,3 mm ergibt. 8192 x 4320 ergeben die bekannte Größe der RED-Photosite von exakt 5 µm. Dass der Sensor an das Breitwand-Kino angepasst ist, wirkt sich beim Einsatz von Anamorphoten aus: dort wird von 4K mit 21 Megapixel gesprochen. Zum Vergleich: die Alexa 65 mit ihren 8,25 µm großen Photosites kommt bei (Open Gate) und einem Bildkreis von 59,86 mm auf 6560 x 3100 Photosites. Der Sensor der Sony F65 misst 24,7 x 13,1 mm (27,98 mm Diagonale), wobei hier die Zeilen mit den Photosites um 45 Grad gedreht sind und kein normales Bayer-Pattern gerechnet wird.

Interessant ist ebenfalls, dass über die Zusammenarbeit von Ambient Recording mit RED die hochpräzise Sync-Technologie der Münchner Firma nun auch in der Panavision DXL zum Einsatz kommt, zweifellos einem Prestige-Objekt in Amerikas Filmindustrie. Ambient hatte RED die entsprechende Lockit-Platine für das Ambient Communication Network (ACN), samt den offenen Standards und Zugriffsroutinen gegeben, allerdings nicht erfahren, für welches hochgeheime Projekt sie eingesetzt werden sollte.

Das auf den Ambient Lockits basierende Drahtlos-Sync-System ist für Panavision wohl attraktiv, da es mittlerweile nicht nur sämtliche am Set befindliche zu syncende Geräte selbstständig mit dem Master kommunizieren und sich automatisch einstellen lassen kann, sondern auch noch Metadaten von den Kameras, Ton-Recordern und sogar von der Continuity drahtlos einsammeln und bei Bedarf auch bestimmte Auszüge für die Produktion bereitstellen kann. Falls die Funk-Kommunikation am Set mal unterbrochen ist, bleiben die Geräte aufgrund ihrer hochpräzisen (internen oder am Gerät befindlichen) Lockit-Taktgeber in sync, die Metadaten werden zusammen mit ihrer Sync-Referenz zwischengespeichert und dann abgeholt, sobald das jeweilige Gerät wieder das Sync-Netzwerk findet. Dieses ist übrigens um einiges stabiler konzipiert als W-LAN.

Die Millennium DXL soll Anfang 2017 bei Panavision in den Verleih kommen. www.panavision.com



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