Technologie und Medienrealisation in Film und Video
News | Medien    15.10.2004

Big Brother« mit Nachspiel

Ein mittlerweile aus dem Haus gewählter Kandidat im Menschenzoo »Big Brother« unterhielt Anfang Oktober seine Mitbewohner in der Nacht mit Witzen über den Holocaust, die bei der 24-Stunden-Live-Übertragung der Sendung im Abo-Kanal Premiere gesendet wurden. Für den Sender könnte dies ein finanziell schmerzhaftes Nachspiel haben, denn die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) will wegen Verletzung der Menschenwürde ein Bußgeldverfahren gegen Premiere einleiten, bei dem eine Strafe von bis zu 500 000 Euro droht.

Während RTL 2 und Tele5 in ihren Tageszusammenfassungen die Stellen mit den Witzen herausgeschnitten hatten, sendete Premiere, deren Management nicht ausreichend vom Produzenten RTL 2 gewarnt worden war, live. Sender-Chef Georg Kofler nannte das Ganze selbst einen beschämenden Vorfall und entließ die verantwortlichen Redakteure als Konsequenz auf diese Entgleisung fristlos. Damit so etwas nicht noch einmal passiere, wolle Kofler nun die Vorsichtsmaßnahmen verstärken und verschärfen. So sollen künftig sechs Redakteure in drei Schichten aufpassen. Der Skandal kam nur ans Tageslicht, weil in Internet-Foren darüber diskutiert wurde. Ebenso kam heraus, dass offensichtlich bereits im Frühjahr schon einmal Judenwitze bei »Big Brother« live übertragen wurden.
Die Zukunft wird zeigen, ob die Zuschauer künftig noch viel mehr mit Entgleisungen sexistischer und rassistischer Art in den Boulevardsendungen und Talkshows »versorgt« werden, oder ob bereits ein Ende des Reality-TVs zu erkennen ist. Denn ebenso wie »Big Brother« bei RTL 2 fassen die Medienwächter die Schönheitsoperationen, die z.B. auf MTV übertragen werden, kritisch ins Auge, da auch sie möglicherweise gegen die Mediengesetze verstoßen. MTV zumindest droht aktuell ein Bußgeld in Höhe von 90 000 Euro durch die KJM, weil die OP-Sendung »I want a famous face« vor 22.00 Uhr über den Bildschirm lief.



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