Technologie und Medienrealisation in Film und Video





news | Verbände    07.02.2019

UrheberAllianz appelliert an das ZDF

Anläßlich der Berlinale, wo Filmwerke gefeiert werden, appelliert die UrheberAllianz an das ZDF, über urheberrechtlich gebotene Folgevergütungen für Leistungen in den Bereichen Kamera, Schnitt, Szenenbild und Kostümbild zielorientiert zu verhandeln.

 

Laut UrheberAllianz habe es einen ersten Gesprächstermin mit dem ZDF gegeben, allerdings sei klar geworden, dass der Sender den Abschluss verbindlicher Gemeinsamer Vergütungsregeln (GVR) mit den Verbänden möglichst vermeiden will.

Die in der UrheberAllianz Film & Fernsehen vereinten Verbände BVK, BFS und VSK veröffentlichen daher folgende Pressemitteilung:

Während die beiden privaten Sendergruppen ProSiebenSat.1 und RTL/VOX mit anderen Filmurheberverbänden neben der Regie Gemeinsame Vergütungsregeln verhandelt und abgeschlossen haben, schlägt das ZDF bislang konkrete Verhandlungen mit den Verbänden der UrheberAllianz aus - und ist nur zu sporadischen und bisher nicht weiterführenden "Gesprächen“ bereit. Nach dem Auftrag des Urheberrechtsgesetzes sollen die Verbände von Urhebern aber für ihre Berufsgruppe jeweils Verhandlungen mit Werknutzern wie dem ZDF führen, um verlässliche Folgevergütungsmodelle zu entwickeln und Rechtssicherheit für die Nutzer zu schaffen. Nach Bundesverfassungsgericht und Bundesgerichtshof sind Urheber an allen Werknutzungen angemessen zu beteiligen.

Katrin Simonis, rechtliche Beraterin des Verbands der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild: „Ohne die visuellen Werkschöpfungen der Szenen- und Kostümbildner, der Kinematografen und der Editoren bliebe die Leinwand finster und der Bildschirm schwarz. Eindrucksvolle Filme sind eben keine Hörspiele, sondern leben von den mit kreativen Ideen und großem künstlerischen Können geschaffenen Filmbildern.“

Es kann nicht sein, dass die Öffentlich-Rechtlichen viele Millionen Euro von der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) für urheberrechtliche Vergütungen erhalten haben, bei unseren Berufsangehörigen aber nichts davon ankommt“, ergänzt Silke Spahr, Geschäftsführerin des Bundesverbands Filmschnitt Editor. 

Michael Neubauer, Geschäftsführer des Berufsverbands Kinematografie: „Mit dem Verband der Drehbuchautoren und dem Regieverband hat das ZDF verhandelt und konkrete Vereinbarungen abgeschlossen. Mit der UrheberAllianz aus BVK, BFS und VSK will man bislang nicht einmal in Verhandlungen zu GVR eintreten. Das ZDF hält unsere Verbände hin. Während private Fernsehsender Abschlüsse mit zahlreichen Verbänden zustande gebracht haben, behauptet das ZDF gegenüber der UrheberAllianz, es gebe keinen Verhandlungsbedarf. Das ist falsch. Auch das ZDF wiederholt seine Produktionen zum großen Teil deutlich häufiger als mit der Grundvergütung abgegolten sein kann.“

Seit 2002 haben Urheber einen gesetzlichen Anspruch auf angemessene Vergütung und weitere angemessene Beteiligung an den Erträgen und sonstigen Vorteilen aus der Nutzung ihrer Filmwerke. Die UrheberAllianz sieht auch die öffentlich-rechtlichen Sender in der Pflicht, mit den repräsentativen und ermächtigten Urheberverbänden Gemeinsame Vergütungsregeln zu verhandeln und abzuschließen. Im Gegensatz zur Einheitsgewerkschaft ver.di, mit der die ARD-Anstalten seit über drei Jahren fruchtlos verhandeln, sind die Verbände der UrheberAllianz für die kreativen Berufsgruppen repräsentativ - und von über 1000 Filmurhebern wirksam ermächtigt, Kollektivverträge - wie etwa GVR - zu verhandeln. Über derartige Gemeinsame Vergütungsregeln lassen sich urheberrechtlichen Folgevergütungen sowohl für die auf Produktionsdauer beschäftigten Miturheber/-innen wie auch für die zahlreichen selbständig Tätigen bei Kamera, Schnitt, Szenen- und Kostümbild regeln. Leider ist der Wille, das gesetzlich Gebotene kooperativ umzusetzen, bei den öffentlich-rechtlichen Sendern - wie etwa dem ZDF - nicht erkennbar.

Die UrheberAllianz Film & Fernsehen appelliert an die Verantwortungsträger in den Gremien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und an die Politker*innen, das Urheberrecht endlich ernstzunehmen und umzusetzen und für angemessene Vergütungen der Urheber*innen zu sorgen.

 

UrheberAllianz Film & Fernsehen

B F S - Bundesverband Filmschnitt Editor e.V.

B V K - Berufsverband Kinematografie e.V.

V S K - Verband der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild e.V.

 



<< zurück

Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Mit der Anmeldung nehme ich folgende Informationen zur Kenntnis:

Ihre Angaben werden entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz verarbeitet, genutzt und insbesondere nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben. Wir erheben, verarbeiten und nutzen die von Ihnen angegebenen personenbezogenen Daten nur zum Zwecke der Zusendung unseres Newsletters. Sie können der Verarbeitung und Nutzung Ihrer E-Mail-Adresse im Newsletter jederzeit widersprechen und sich abmelden. Hierzu klicken Sie bitte in der E-Mail auf den entsprechend gekennzeichneten Link, Ihre Daten werden dann gelöscht.

Es gilt die Datenschutzerklärung (https://www.eubucoverlag.de/datenschutz/) der EuBuCo Verlag GmbH, die auch weitere Informationen über Möglichkeiten zur Berichtigung, Löschung und Sperrung Ihrer Daten beinhaltet.

Folgen Sie uns auf