Technologie und Medienrealisation in Film und Video
news | personalien    23.04.2019

Winnetou-Filmkomponist Martin Böttcher gestorben

Für seine berühmten Karl-May Filmmelodien ist er bis heute unvergesslich. Filmkomponist Martin Böttcher hinterlässt ein reiches Werk mit Soundtracks zu 57 Spielfilmen und über 300 TV-Produktionen.

Martin Böttcher bei der FilmTonArt 2013 in München  © romain geib

Martin Böttcher bei der FilmTonArt 2013 in München © romain geib

 

Martin Böttcher wird am 17. Juni 1927 in Berlin geboren. Seit seiner Kindheit ist er auf einem Ohr taub, erwirbt aber durch Klavierunterricht erste musikalische Kenntnisse. Als junger Pilot gerät der Luftwaffensoldat 1944 in Norddeutschland in Kriegsgefangenschaft, wo er sich selbst Gitarre beibringt. 1945 nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft gelangt er nach Hamburg und beginnt im Unterhaltungsorchester des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks als Orchestermusiker. Jazzmusik begeistert den 22-Jährigen gleich und er lernt das Handwerk als Arrangeur und Komponist und setzt es in den Wirtschaftswunderjahren schon beim Film ein. 1955 debütiert er als Filmkomponist mit der Militärsatire "Der Hauptmann und sein Held". Bald ist er als vielseitiger Komponist gefragt und schreibt Lieder für Filmstar Hans Albers und die Musik zu Filmen, wie "Max, der Taschendieb" mit Heinz Rühmann.

Dann bekommt er die Möglichkeit, die Musik für den Horst Buchholz-Film "Die Halbstarken" (1956) von Georg Tressler zu schreiben, spielt sie mit seiner Mister Martins Band (mit Roy Etzel, James Last, Hackl Fischer, Ernst Mosch u.a.) ein und landet mit dem jazzigen Bigband-Soundtrack den ersten großen Erfolg. Es folgen schnell weitere Kinofilme, wie die leichte Gaunerkomödie "Lange Beine - lange Finger" (1966) mit Joachim Fuchsberger und Senta Berger.

Einer ganzen Reihe von deutschen Edgar Wallace Verfilmungen wie "Der schwarze Abt", "Das Gasthaus an der Themse" verleiht Martin Böttcher ihre ungewöhnlichen Musikklänge, die Kinobesucher erschaudern ließen. 

Doch als Schöpfer der Winnetou-Melodie sollte Martin Böttcher unvergesslich werden. Produzent Horst Wendtland engagiert ihn für seine Karl May Kinofilme, die ohne seine emotional einprägsame Cinemascope-"Soundtrack-Kulisse" kaum vorstellbar waren. Das Titelthema zum Film "Der Schatz im Silbersee", die "Old-Shatterhand-Melodie", bleibt 1962 ganze 17 Wochen lang in den deutschen Charts. Erstmals landete eine Filmmusik im Nachkriegsdeutschland einen Hitparadenerfolg. 

Das Fernsehen beauftragte Martin Böttcher anschließend für beliebte Serien wie etwa die Titelmusik und musikalische Vertonung im typischen Martin-Böttcher-Sound der ersten "Pater Braun"-TV-Krimis mit Heinz Rühmann. Unermüdlich arbeitet er dann weiter an Episoden der Krimiserien "Sonderdezernat K1", "Der Alte" und "Derrick" sowie an TV-Mehrteilern wie "Es muss nicht immer Kaviar sein" und Langzeitserien wie "Forsthaus Falkenau" und untermalt ab 2003 musikalisch die neuaufgelegte Krimireihe "Pfarrer Braun" mit Ottfried Fischer. 

Für sein umfangreiches Oeuvre als Filmkomponist wurde Martin Böttcher 1995 mit dem Deutschen Filmmusikpreis geehrt, erhielt 2004 das Bundesverdienstkreuz und 2013 in München den Look & Listen – Telepool-BR-Music-Award.

 

 

 

 



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