Technologie und Medienrealisation in Film und Video





news | Auszeichnungen    13.05.2019

DEUTSCHER KAMERAPREIS 2019

Acht Kameramänner und Kamerafrauen sowie drei Editorinnen und Editoren sind am 10. Mai 2019 im Tanzbrunnen in Köln mit dem renommierten DEUTSCHEN KAMERAPREIS ausgezeichnet worden.

Ehrenpreisträger Benedict Neuenfels © WDR/Thomas Brill

© WDR/Thomas Brill

Christopher Aoun – Preisträger Beste Kamera Kinospielfilm © WDR/Thomas Brill

Gruppenfoto Preisträger © WDR/Thomas Brill

 

Die Preisträger haben sich gegen rund 500 Mitbewerber durchgesetzt und die Jury unter Vorsitz der Editorin Prof. Barbara Hennings durch ihre herausragenden Leistungen in der Bildgestaltung überzeugt. Walter Demonte, Geschäftsführer des DEUTSCHEN KAMERAPREISES Köln e.V.: „Trotz der Vorverlegung des Wettbewerbs hatten wir in diesem Jahr so viele Einreichungen wie noch nie. Gleichzeitig bewegten sich die Beiträge auf allerhöchstem Niveau – eine echte Herausforderung für die Jurys aller Kategorien, unter dieser exzellenten Auswahl die Preisträger zu ermitteln. Jeder von ihnen hat Außergewöhnliches geleistet.“

 

Ehrenpreis für Benedict Neuenfels

In diesem Jahr geht der Ehrenpreis an Benedict Neuenfels, der den Begriff "Kameramann“ selbst als zu kurzgegriffen ablehnt und stets die künstlerischen Aspekte und die Mitautorenschaft seines Berufsstandes an jedem Film betont. Zu seinem Werk gehört das Flüchtlingsdrama "Styx“ oder auch der oscarprämierte Film "Die Fälscher“. Seine unglaubliche Kreativität und Profession, seine Fähigkeit, technische Normen und Grenzen aufzuheben, und die Tatsache, dass er sich nicht auf Genres festlegen lässt, überzeugten das Kuratorium des DEUTSCHEN KAMERAPREISES.

 

Beste Kamera | Kinospielfilm

Für seine Bildgestaltung in "CAPERNAUM – Stadt der Hoffnung“, dem Film, der die Geschichte des zwölfjährigen Beiruter Slumjungen Zain erzählt, wird Christopher Aoun ausgezeichnet. Die Jury zeigt sich beeindruckt von seiner aufwendigen und zugleich sensiblen Kameraarbeit, mit der Aoun dem bedrückenden Leben von Flüchtlingen und in größter Armut aufwachsenden Kindern in Beirut eine ungeahnte Würde verleiht.

 

Beste Kamera | Fernsehfilm/Serie

David Luther erhält den DEUTSCHEN KAMERAPREIS für eine Folge der Serie "Das Boot“ (1. Staffel, Episode 6, Sky), die an die Ereignisse des gleichnamigen Kinoklassikers von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1982 anknüpft. Die Jury betont das harmonische Zusammenspiel von Kameraführung und Lichtgestaltung, mit der Luther eine eigenständige, souveräne und moderne Bildsprache entwickelt, „die das Original respektvoll würdigt und gleichzeitig eigene Akzente setzt“.

 

Beste Kamera | Dokumentarfilm

Mit seiner Kamera begleitet Mitja Hagelüken in "Wohin mit all der Liebe“ (MDR) die hochtalentierten Schülerinnen und Schüler der Paliashvili Musikschule in Tiflis, die sich täglich gegen Armut und kulturelle Ausblutung stemmen. „Die nie aufdringliche, eher beobachtende Kamera taucht ein in die Welt der Musik, dank Bilder voller intensiv leuchtender Farben. Sie kommt den Menschen, ihren Träumen und ihren Idealen dabei ganz nahe“, heißt es in der Begründung der Jury.

 

Beste Kamera | Dokumentation

Wie unterhaltsam Müll sein kann, dokumentiert Thomas Lütz in der Reportage in "Berlin putzt! Dreckige Zeiten: Von Saubermännern, Strippern und starken Jungs (Teil 2)“ (rbb) und erhält dafür den begehrten Obelisken. Die Jury bewundert Lütz‘ erfrischend neuen Blicke auf Berlin und die außergewöhnlichen Einstellungen vom Müll – gleichzeitig ist sie erfreut, dass sich „Geruchsfernsehen nicht durchgesetzt hat“.

 

Beste Kamera | Kurzfilm

In "I grew a statue“ (BR) lässt die obsessive Leidenschaft von Protagonist Oscar für die verheiratete Künstlerin Hermine die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit, Kunst und Leben immer mehr verschwimmen. Kameramann Karl Kürten beeindruckt bei seiner Arbeit die Jury „durch die Kadrierung und den Umgang mit verschiedenen Bildebenen. Jedes Bild ist durchkomponiert“.

 

Beste Kamera | Journalistische Kurzformate

Das Filmporträt von Thomas Wittmann über die Hüttenwirtin Silvia Beyer in "Wir in Bayern: Die hohe Küche – Hündeleskopfhütte“ (BR), die sich im Ostallgäu den Traum von der ersten rein vegetarischen Hütte erfüllt, überzeugte die Jury. Sie lobt seine konsequente Inszenierung und ausdrucksstarke Bildgestaltung, die dem Film zu einer intensiven und vielschichtigen Erzählung verhilft.

 

Bester Schnitt | Fernsehfilm/Serie

Im hochemotionalen Drama "Unser Kind“ (WDR) macht Ellen die schmerzliche Erfahrung, dass sie als Homosexuelle nach dem Unfalltod ihrer Lebensgefährtin trotz Vormundschaft nicht automatisch das Sorgerecht für deren Kind erhält. Mit seiner Schnittarbeit verbindet Stefan Stabenow „auf elegante und organische Weise die Zeitebenen von Gegenwart und Vergangenheit. Er gibt den Figuren Raum, sich zu entfalten, ohne direkt Partei zu ergreifen“, urteilt die Jury.

 

Bester Schnitt | Dokumentation

Editor Carsten Piefke erhält für seine Montage von "Berlin putzt! Dreckige Zeiten: Von Saubermännern, Strippern und starken Jungs (Teil 2)“ (rbb) den DEUTSCHEN KAMERAPREIS. Die Doku-Serie begleitet Menschen, die Tag und Nacht Berlin saubermachen – und in den Augen der Jury vermittelt Piefkes Schnittrhythmus eine solche Leichtigkeit und gute Laune beim Zuschauer, dass dieser den Wunsch verspürt „aufzuräumen“.

 

Nachwuchspreise

In diesem Jahr erhält Natascha Vavrina einen Nachwuchspreis für ihre Kameraführung in "Echo“, die das Kuratorium wegen ihres experimentellen Charakters und ihrer erstaunlichen Reife lobt. Mit dem zweiten Nachwuchspreis wird Johanna Sofia Kausch für ihren Schnitt von "Stara Nova Ljubav“ geehrt – hier imponieren dem Kuratorium, wie verschiedene Bildebenen durch ihren Schnitt zu einer großartigen Collage verschmelzen. Die beiden Nachwuchspreise wurden in diesem Jahr von Panasonic Marketing Europe und SIGMA (Deutschland) gestiftet.

 

Die feierliche Preisverleihung unter der Federführung des WDR wurde von Marco Schreyl moderiert.

 



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