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news | Auszeichnungen    15.07.2019

NaturVision Filmfestival: Preisverleihung 2019

Filmpreise in zehn Kategorien wurden bei der Preisverleihung des NaturVision Filmfestivals 2019 (11. - 14. Juli) vergeben. In einem emotionalen Appell forderten zuvor die Filmemache*innen Maßnahmen zum Natur- und Klimaschutz.

Mehr Raum für die Natur fordern Natur- und Umweltfilmemacher*innen © Metz

Mehr Raum für die Natur fordern Natur- und Umweltfilmemacher*innen © Metz

 

Es wurde kurze Zeit sehr still im Publikum, als sich die Preisverleihungsbühne mit Filmemacher*innen und Festivalleuten füllte, die ein sieben Meter langes Banner mit der Aufschrift "Mehr Raum für die Natur“ entrollten. Die Natur- und Umweltfilmemacher*innen stellten den "Ludwigsburger Appell“ vor. Für sie sind die jüngsten Erhebungen zu Klimawandel und Artensterben mehr als nur nüchterne Zahlen: Natur- und Umweltfilmer*innen erleben bei ihren Filmprojekten täglich hautnah das Schwinden von "Naturparadiesen“ und Artenvielfalt. Sie fordern mit Nachdruck konkretes politisches Handeln für Natur und Umwelt.

Neben der Schaffung ausreichender funktionierender Schutzgebiete und einer Abwendung von der industrialisierten Landwirtschaft werden neue politische Richtlinien für den generellen Schutz von Böden, Gewässern und Meeren gefordert. Besonders wichtig ist den Unterzeichnenden ein sofortiges Handeln der politischen Entscheidungsträger, das nicht nur Schäden abmildert, sondern Ursachen bekämpft. Der Appell wurde während des Festivals diskutiert und von den Fachbesucher*innen begeistert aufgenommen.

„Wir haben diesen Appell initiiert, weil uns klar ist, wie wenig Zeit uns angesichts der rasend fortschreitenden Umweltzerstörung zum Handeln bleibt. Besonders wichtig aber ist uns, dass sich die Filmemacher*innen und auch weitere Natur- und Umweltfilmfestivals zusammenschließen und die Forderungen weiterentwickeln!“, so Festivalleiter Ralph Thoms, „NaturVision bietet sich dabei als Forum für die Filmemacher*innen an. Angedacht ist beispielsweise die Organisation eines Arbeitstreffens.“

Der Appell ist einsehbar unter https://festival.natur-vision.de/de/index/veranstaltungen/ludwigsburger-appell-2019.html

 

Im Anschluss wurden die Preisträger des 18. NaturVision Filmfestivals bekanntgegeben:

Ein brillantes Beispiel für die unerschöpflichen Möglichkeiten des Natur- und Umweltfilms, zu informieren, Hintergründe zu beleuchten und die Zuschauer*innen aufzurütteln ist der Preisträgerfilm in der Kategorie NaturVision Beste Story. Nicolas Brown und Sean B. Carroll erzählen in ihrer Dokumentation The Serengeti Rules akribisch und spannend wie in einem Krimi, wie ganze Ökosysteme zusammenbrechen, wenn nur eine einzige Art ausgerottet wird.

Der Deutsche Filmpreis Biodiversität – gestiftet von der HAHN-KOLB Werkzeuge GmbH ist mit seinen 10.000 Euro Preisgeld einer der drei Hauptpreise des Festivals. Er geht 2019 an Der unsichtbare Fluss – Unter Wasser zwischen Schwarzwald und Vogesen von Serge Dumont. Der Film erzählt von einer geologischen Besonderheit – den Quellen des Grundwasserstroms im Oberrheintal. Grandiose Unterwasserbilder entfalten eine faszinierende Bildwelt. Doch wollen die Autoren mehr: Nach und nach entwickelt sich der Film konsequent zu einem Plädoyer für mehr Gewässerschutz und gegen landwirtschaftliche Industrialisierung. Auch die Jugendjury hat diese Dokumentation mit ihrem eindrucksvollen Spagat zwischen schönen Bildern und kritischer Betrachtung überzeugt, so dass der mit 2000.- Euro dotierte Preis der Jugendjury, für den das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg Pate steht, ebenfalls an Serge Dumont und sein Team geht.

Mit weiteren 10.000 Euro ist der Deutsche Umwelt- und Nachhaltigkeitsfilmpreis, gestiftet vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, dotiert. Ausgezeichnet wurde mit diesem wichtigen Preis ein besonders mutiger und investigativer Film: A Plastic Surgery: Coca-Cola's Hidden Secrets von Sandrine Rigaud. Die Jury hebt hervor, dass die Autorin in präzise vorbereiteten und hartnäckig geführten Interviews Widersprüche und Unwahrheiten im Recycling-Versprechen des Coca-Cola-Konzerns entlarvt und ganz deutlich die Verantwortung für die Umweltverschmutzung durch Plastikflaschen dem Hersteller zuweist.

Die 10.000.- Euro Preisgeld für den Deutschen Wildlife Filmpreis 2019 (Stifter: Stadt Ludwigsburg und Central Filmtheater) teilen sich Herrscher einer vergessenen Welt – Biokos Drills von Oliver Goetzl und Birth of a Pride von Beverly und Dereck Joubert. Die Jury lobt, dass beide Filme sich vor allem dadurch auszeichnen „die Geschichte nur einer einzigen Art so zu inszenieren, dass die Erzählung der Biologie der Tiere gerecht wird und zugleich die Zuschauer*innen in ihren Bann zieht.“

Der NaturVision Kamerapreis geht nach Österreich an Jiři Petr und Michael Schlamberger für ihre außerordentliche Kameraarbeit in Österreich – Die Kraft des Wassers: Im Fluss der Zeit.

Für die beste Filmmusik wird die Komponistin Nainita Desai ausgezeichnet. Ihre Musik unterstützt die Filmdramaturgie von Untamed Romania in optimaler Weise.

Henning Kopp und Adrian Rydzicki – Medienschüler des Berufskollegs Rheinbach – beschäftigten sich in ihrem Film Skrupellos mit unserem oft problematischen Umgang mit Tieren und können sich über den NaturVision Newcomerpreis freuen, den dieUmweltDruckerei mit 1000.- unterstützt.

Unter dem Motto "Kreislauf statt Kollaps – die Natur macht’s vor“ stand in diesem Jahr der NaturVision Kurzfilmpreis, für den die Audi Stiftung für Umwelt GmbH 5.000.- bereitstellt. Mit Unravel von Meghna Gupta siegte in dieser Kategorie ein Film über die Recycling-Industrie in Nordindien, der uns humorvoll die Augen über unser absurdes Konsumverhalten öffnet. 

Immer wieder erstaunlich und berührend sind die Ernsthaftigkeit und das Selbstbewusstsein mit dem die Kinderjury die Bühne betritt und ihre eigenständig formulierte Jurybegründung vorträgt. In diesem Jahr begeisterten die Kinder zwei Filme: Checker Tobi und das Geheimnis unserer Erde von Martin Tischner, den sie mit einer Special Mention bedachten und Thomas und Korduni – Bienen retten Elefanten von Frank Feustle, der seine Freude über den NaturVision Kinderfilmpreis per Videobotschaft aus Kenia übermittelte.

Nach der offiziellen Preisverleihung wurde im Innenhof des Central Filmtheaters begleitet von der Ludwigsburger Caligari Band noch bis spät in die Nacht gefeiert.

www.natur-vision.de



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August / September 2019

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