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news | Firmenmeldungen    24.10.2019

DaVinci Resolve Studio für Echtzeit-Zusammenarbeit an "The Dead Don’t Die"

Das schwedische Postproduktionshaus Chimney nutzte für die Lieferung der visuellen Effekte für den erfolgreichen Zombie-Film "The Dead Don‘t Die“ Blackmagic Design´s DaVinci Resolve. Die Software ermöglichte die Echtzeit-Zusammenarbeit zwischen den Niederlassungen in New York und in Göteborg.

Still aus "The Dead Don’t Die",  Abbot Genser/Focus Features © Image Eleven Productions

Still aus "The Dead Don’t Die", Abbot Genser/Focus Features © Image Eleven Productions

 

"The Dead Don‘t Die“ spielt im friedlichen Ort Centerville, der sich plötzlich in einem Kampf gegen die Untoten wiederfindet, als Zombies aus ihren Gräbern auferstehen. In der unter der Regie von Jim Jarmusch entstandenen Zombie-Komödie sind unter anderem Bill Murray, Adam Driver, Chloë Sevigny, Tilda Swinton in den Hauptrollen zu sehen.

Das Team von Chimney produzierte für den Film mehr als 300 VFX-Einstellungen, an denen zeitgleich in den Büros in New York und Göteborg gearbeitet wurde. Jarmusch und der DP des Films, Frederick Elmes, saßen in New York. Damit beide Teams während des VFX-Prozesses eng mit den Filmemachern zusammenarbeiten und Änderungen besprechen und umsetzen konnten, war eine standortübergreifende Kollaboration in Echtzeit erforderlich.

„Da der Film Jims erstes VFX-lastiges Projekt war, wollten wir sichergehen, dass er stark eingebunden war und in allen Phasen in engem Kontakt mit dem Team arbeitete“, erklärt Sam O’Hare, VFX-Supervisor bei Chimney.

Wegen der Sichtungsmöglichkeiten von EXR-Sequenzen in Echtzeit entschied man sich bei Chimney für die kollaborative Software DaVinci Resolve Studio.

„Auf beiden Kontinenten mussten sich die Teams gleichzeitig dasselbe Material ansehen und es live per Telefon besprechen können. Mit DaVinci Resolve Studio waren wir in der Lage, die EXR-Sequenzen aus beiden Studios zu teilen und in einem Projekt zu speichern. Dieses Projekt wurde dann mit dem jeweils anderen Team geteilt und neu verknüpft, um in einer Remote-Sitzung an beiden Orten in voller EXR-Qualität in Echtzeit abgespielt zu werden. Jim und Fred konnten sich alles anschauen und direkt von New York aus kommentieren. Gleichzeitig betrachteten VFX Producer Andreas Hylander von Chimney und VFX-Supervisor Alex Hansson von Haymakerals in Göteborg exakt das Bild, um das es in diesem Moment ging“, sagt O’Hare.

„Der Film wurde hauptsächlich bei Tageslicht gefilmt und die Aufnahmen später so gegradet, dass sie wie Nachtaufnahmen aussahen. Nach einer so umfangreichen Farbkorrektur noch deutliche und erkennbare VFX zu liefern, war eine Herausforderung. Klassische Workflows mit LUTs zogen da nicht, denn das Grading wurde mit einer Vielzahl von Masken und Keyern um mehrere Blendenstufen zurückgesetzt. Weil wir in DaVinci Resolve Studio mit den Original-EXR-Dateien direkt aus VFX arbeiteten, konnten wir das Grading jedoch ruckzuck anpassen, um fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, ob wir die VFX-Einstellung neu produzieren mussten oder sie im Grading korrigieren konnten“, so Hylander.

O’Hare fügt hinzu: „Dank DaVinci Resolve Studio konnten wir auch die aktuellsten Farbdaten aus dem Grading verwenden, sodass der Look immer auf dem neuesten Stand war. Bei Bedarf konnten wir ein Plate bequem mit der darunterliegenden Original-Footage abgleichen.“

Jarmusch ist der Meinung, dass der Workflow den Sichtungsprozess erleichtert hat. „Mit Mitwirkenden an anderen Orten in aller Welt zu kollaborieren, ist eigentlich nie leicht – vor allem wenn es um visuelle Elemente wie Effekte geht. Bei "The Dead Don‘t Die“ konnten wir durch den Einsatz von DaVinci Resolve Studio unsere Ideen von New York aus sofort mit unseren Kollegen in Schweden teilen und sie besprechen. Ein modernes Wunder.“

Das weltweite Netzwerk von Chimney erstreckt sich über 11 internationale Standorte. Kollaboratives Arbeiten ist ein wesentlicher Bestandteil aller Projekte der Firma. „Eine gute Kommunikation ist für derartige Jobs ebenso wichtig wie ein rasanter Datenaustausch. Unser Datenbackbone ermöglicht es uns, unkomprimierte Sequenzen sehr schnell zu übermitteln, damit das Material an beiden Orten verfügbar ist. In diesem System liegt der Schlüssel für die Zusammenarbeit mit unseren Büros in aller Welt“, so O’Hare.

„Die Remote-Grading-Funktion in DaVinci Resolve Studio nutzen wir sowieso regelmäßig für standortübergreifende Farbkorrektur-Sitzungen. Für dieses Projekt haben wir die Software aber erstmals in dieser Form für VFX eingesetzt“, so O‘Hare weiter. „Die komplette Footage bei voller Auflösung und Qualität mit den neuesten farblichen Änderungen zeitgleich an zwei, Tausende von Kilometer entfernten Orten zu sichten, war ein absolutes Novum. Nur so konnte die Kommunikation zwischen Regisseur, DP und Remote-VFX-Team so nahtlos und verzögerungsfrei funktionieren und eine reibungslose Zusammenarbeit über alle Arbeitsschritte hinweg gewährleistet werden. Als global aufgestellte Firma mit laufenden Projekten in verschiedenen Studios ist ein derartiges Niveau der Zusammenarbeit für uns absolut erfolgskritisch.“

Für ausgewählte VFX-Aufgaben an dem Film setzten O’Hare und sein Team auch Fusion Studio ein. So auch für eine Szene, in der eine Figur durch ein altes, beschädigtes Fernglas schaut. „Die Figur Hermit Bob lebt draußen im Wald und Jim wollte rüberbringen, dass Hermits Blick durch die dicken Schmutzschichten und Risse auf der Linse getrübt ist“, erklärt O’Hare.

„Um diesen Look zu erzielen, haben wir verschiedene Tools in Fusion Studio benutzt. Unter anderem haben wir Displacements und Offsets anhand von rotoskopierten Formen eingefügt, um zerbrochenes Glas nachzuahmen und der Einstellung mit bearbeiteten Bildern von Dreck und Schmutz verschiedene Ebenen zu verleihen. Um Spiegelungen aus dem Inneren in den schwarzen Bildpartien außerhalb der klassischen beiden runden Ausschnitte eines Fernglases zu kreieren, haben wir mit diversen Matten und Keyern in der Lichtstrahlung gearbeitet. Die Displacements sollten Reaktionen auf Bewegungen in den unterschiedlichen Einstellungen darstellen, so wie es beim Blicken durch zerbrochenes Glas wäre. In manchen Aufnahmen bewegte sich die Kamera, für andere rekonstruierten wir mithilfe von Transform-Nodes und verschachtelten Perturb-Modifizierern passende Bewegungen in Fusion Studio“, sagt O’Hare abschließend.

www.blackmagicdesign.com



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