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news | auszeichnungen    14.11.2019

Verleihung des 6. DEUTSCHEN FILMMUSIKPREISES

Bereits zum sechsten Mal wurde am 8. November wieder im Rahmen der Filmmusiktage Sachsen-Anhalt der DEUTSCHE FILMMUSIKPREIS im Steintor-Varieté in in Halle a.d. Saale verliehen.

 

 

Längst hat sich der Deutsche Filmmusikpreis als eine der wichtigsten Auszeichnungen in der Filmmusikbranche etabliert. Für ihr herausragendes musikalisches Schaffen werden Filmkomponistinnen und -komponisten in den Kategorien Beste Musik im Film, Bester Song im Film, Beste Musik im Kurzfilm, Nachwuchs und - seit diesem Jahr neu - Beste Musik im Animationsfilm gewürdigt.

In der Kategorie Beste Musik im Film war Musiker und Filmkomponist David Reichelt mit seiner Filmmusik zur Endzeit-Miniserie "8 TAGE" (Regie Stefan Ruzowitzky und Michael Krummenacher) nominiert. Ferner waren der Filmkomponist Johannes Repka für den Filmscore des Berliner Großstadtmärchens "CLEO" (Regie Erik Schmitt) und der Filmkomponist Christoph Zirngibl, für seine musikalische Untermalung des Essayfilms "Finis Terrae“ (Regie Konstantin Ferstl) nominiert.

In die Vorauswahl der Kategorie Bester Song im Film ging Filmkomponist Peter Thomas Gromer für seine Komposition im Stil des klassischen Fado "Preso No Tempo" aus der ARD Fernsehreihe "Der Lissabon Krimi – Dunkle Spuren“ (Regie Jens Wischnewski) ins Rennen. Auserdem Franziska Henke, die 2016 mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet wurde und in diesem Jahr für den Song "Bright Light“ der mystisch-märchenhaften Dystopie "Endzeit“ (Regie Carolina Helsgård) nominiert war. Die dritte Nominierung ging an Michael Beckmann, Thomas Stöwer, Anja Krabbe und Tamara Olorga für den Song "Komm zurück“ aus dem Märchenfilm "Schneewittchen und der Zauber der Zwerge“ (Regie Ngo The Chau).

In der Kategorie "Beste Musik im Kurzfilm“ nominiert waren, Marius Kirsten mit seiner Musik zum Tanz-Kurzfilm "Paris you got me“ (Regie Julie Böhm), Rickie Lee Kroell für ihre Komposition zum Fantasy-Horror Kurzfilm "El Hijo Del Diablo“ (Regie Emre Ökten) und Marcus Sander mit seiner Musik zum Essay-Kurzfilm "(un)gepostet“ (Regie Monica Vanesa Tedja).

Für den Nachwuchspreis waren die in Berlin lebende Komponistin Anna Kühlein  und der Hamburger Komponist Robert Pilgram für die Trophäe nominiert.

Erstmals in diesem Jahr wird die Musik im Animationsfilm in einer eigenständigen Kategorie gewürdigt. Neben dem Hallenser Komponisten Andreas Hoge, der die Musik für die Verfilmung des finnischen Kinderbuchklassikers "Latte Igel und der magische Wasserstein“ komponiert hat, durfte auch das Trio Frank Schreiber, Steffen Wick Simon Detel auf eine Auszeichnung hoffen. Sie komponierten die Musik für den animierten Abenteuerfilm "Manou – Flieg‘ Flink!“.

 

Die Ehrenpreise gehen in diesem Jahr an Oscar-Preisträger John Ottman (“ Superman Returns“, “ X-Men: Apocalypse“) und Enjott Schneider (“ Stalingrad“, “ Die Flucht“). Zu den bisherigen Ehrenpreisträgern gehören Harold Faltermeyer, Klaus Doldinger, Martin Böttcher, Bernd Wefelmeyer, Jeff Beal, Steven Warbeck, Trevor Jones, Peter Gotthard und Rachel Portman.

 

- INTERNATIONAL AWARD 2019 für John Ottman

John Ottman gilt als einer der einzigartigen Kreativen im Filmgeschäft mit gleich zwei prämierten Kompetenzen: Als führender und ausgezeichneter Filmkomponist und als BAFTA OSCAR prämierter Cutter. Den Academy Award erhielt er in diesem Jahr für den “Besten Schnitt“ für das Biopic “Bohemian Rhapsody“ um Queen-Frontmann Freddie Mercury.

Die Doppelaufgaben von Filmmusik und Schnitt erfüllte er u. a. bei Filmen wie: “The Usual Suspects“ (Die üblichen Verdächtigen), “Superman Returns“, “Valkyrie“ und für drei Filme der X-Men Saga (“X-Men: 2“, “X-Men: Days of Future Past“, “X-Men: Apocalypse“). Er war auch als Produzent tätig, führte Regie und verantwortete Schnitt und Filmmusik wie bei “Urban Legends 2“.

John Ottman begann im Alter von 10 Jahren Klarinette zu spielen und verwandelte zunehmend die Garage seiner Eltern in ein Filmstudio. Er schuf erste Filmmusiken mit aufwendigen Partituren, die er aus seinen Lieblings-Soundtracks zusammenstellte. Während seines Studiums an der USC-Film School bat ihn der junge Bryan Singer seinen Abschlussfilm zu schneiden. Ottman modifizierte die Geschichte, entwarf auch den umfangreichen Ton des Films, der im Anschluss mit einem Studenten-OSCAR ausgezeichnet wurde. Nachdem bei Singer’s Kino-Debüt (“Public Access“, 1993) der Komponist kurzfristig ausfiel, und John Ottman gebeten wurde, neben dem Schnitt auch den Musikpart zu übernehmen, manifestierte sich eine gewinnbringende Doppelrolle.

Fortan war das Duo “Singer/Ottman“ ein Erfolgsgarant, das mit dem ausgezeichneten Kinospielfilm “The Usual Suspects“ begann und sich, auch ungeachtet der eigenen kompositorischen Ambitionen Ottmans, bei zukünftigen Filmen fortsetzte. Seit dieser Zeit hat Ottman zahlreiche Filme vertont (z. B. “Kiss Kiss Bang Bang“, “Fantastic Four”, “Astro Boy”, “The Nice Guys”), stets mit dem Ziel vor Augen, die thematische Filmmusik am Leben zu erhalten. Auf die Frage, wie er sich und seine Arbeit selbst einschätzen würde, antwortete Ottman: “Ich bin nicht sicher, aber alles, was ich tue, geschieht unter dem Blickwinkel eines Filmemachers“.

John Ottman nahm den Preis am 8. November persönlich in Empfang. 

Internationale PreisträgerInnen der vergangenen Jahre waren u. a. Harold Faltermeyer, Klaus Doldinger, Stephen Warbeck, Jeff Beal, Trevor Jones und Rachel Portman.

 

- DEUTSCHER FILMMUSIKPREIS 2019 für Enjott Schneider

Aus seiner Feder stammen über 600 Filmmusiken, seine Verdienste in Forschung, Lehre sowie der Gremien- und Verbandsarbeit in der deutschen Filmmusikbranche suchen seines Gleichen – nun erhielt Enjott Schneider den Ehrenpreis des DEUTSCHEN FILMMUSIKPREISES 2019.

Mit seinen Kompositionen hat sich Enjott Schneider sowohl im Spielfilmbereich als auch in den deutschen Dokumentarfilm unwiderruflich eingeschrieben (“Schlafes Bruder“, “ 23“, “Herbstmilch“, “Stalingrad“, “Schwabenkinder“, “Jahrestage“, “ Wunder von Leipzig“, “Laconia“ oder “Stauffenberg“). Anerkannt und ausgezeichnet wurden seine Werke unter anderem mit dem Bayrischen Filmpreis (“Rama Dama“, 1990), dem Bundesfilmband in Gold für Musiken zu “Silent Shadows“ und “Wildfeuer“ oder dem Deutschen Fernsehpreis (“Nicht alle waren Mörder“, “Die Flucht“). Über sein kompositorisches Schaffen für Film und Fernsehen hinaus gehören auch zahlreiche Bühnen-, Konzert- und Geistliche Musiken zu seinem Oeuvre, darunter auch 7 abendfüllende Opern, 10 Oratorien und 16 Orgelsinfonien. Dieser vielfältige Kompositionsschatz ist auf über 50 CDs dokumentiert. Die Aufführungsorte reichen von Paris, Rom, Madrid, New York, Los Angeles bis Manaus, Kiew, Tokio, Shanghai, Beijing, Taipei. Enjott Schneider hat die Filmmusikszene nicht nur praktisch-künstlerisch, sondern auch auf wissenschaftlich-theoretischer Ebene mit seinen Publikationen wie “Handbuch Filmmusik I./II.“ und “Komponieren für Film und Fernsehen“ grundlegend geformt. Als Professor für Musiktheorie und für Komposition an der Hochschule für Musik München wirkte er zudem direkt und intensiv an der Aus- und Weiterbildung zukünftiger Kompositionstalente mit. Seit 2003 ist Enjott Schneider Mitglied des Aufsichtsrats der GEMA, dessen Führung er bis 2018 inne hatte. Er ist Präsident des Deutschen Komponistenverbandes und Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrates. Enjott Schneider ist und bleibt ein Kämpfer für die Rechte der KomponistInnen und setzt sich mit Herzblut für die Belange seiner MitstreiterInnen ein.

 

6. DEUTSCHER FILMMUSIKPREIS 2019 –  Die Preisträger im Überblick:

 

Beste Musik im Film: David Reichelt für "8 Tage"

Beste Musik im Kurzfilm: Marius Kirsten für "Paris you got me" (Regie: Julie Böhm)

Beste Musik im Animationsfilm: Frank Schreiber, Steffen Wick und Simon Detel für "Manou - Flieg Flink!"

Beste Nachwuchskomponistin: Anna Kühlein

Bester Song im Film: Michael Beckmann, Thomas Stöwer, Anja Krabbe und Tamara Olorga für "Komm zurück aus Schneewittchen und der Zauber der Zwerge" (Regie: Ngo The Chau)

International Award: John Ottman

Ehrenpreis: Enjott Schneider

Der Deutsche Filmmusikpreis 2019 ist eine Veranstaltung der International Academy of Media and Arts (kurz IAMA) in enger inhaltlicher Zusammenarbeit mit der Deutschen Filmkomponistenunion (DEFKOM).

Zur Fachjury gehörten in diesem Jahr die Filmkomponistin Christine Aufderhaar, die bereits mit diversen Preisen, u. a. dem Richard Levy Award ausgezeichnet und 2013 für den Deutschen Musikautorenpreis nominiert wurde, und Ingo Ludwig Frenzel, der 2015 auf der Berlinale den Preis der European Composer Songwriter Alliance (ECSA) für seinen Soundtrack zu "Der Medicus" erhielt. Mit in der Juryrunde war der Berliner Micki Meuser, Komponist für Film und TV, Musikproduzent und Vorsitzender der Deutschen Filmkomponistenunion DEFKOM. Ergänzt wurde das Trio vom wissenschaftlichen Berater der Filmmusiktage Sachsen-Anhalt, Filmmusikexperte Prof. Dr. Georg Maas und dem künstlerischen Leiter der Filmmusiktage Markus Steffen.

www.deutscherfilmmusikpreis.de  

 



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