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news | firmenmeldungen    07.02.2020

Altersvorsorge von freien Filmschaffenden steht auf wackligen Beinen

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage der Pensionskasse Rundfunk unter 2.800 Film- und Fernsehschaffenden zeigt: Mit ihrer Einkommensperspektive im Alter sind viele unzufrieden – zu Recht.

© brightstars / iStock

Martin Schrader (l.) und Frank Weidenbusch, Vorstände der Pensionskasse Rundfunk

(Zahlen korrigiert am 09.02.20)

45 % hatten weniger als das Durchschnittseinkommen zur Verfügung, die gesetzliche Rente/KSK wird die wichtigste Einnahmequelle im Alter sein, 39 % erwarten Bezüge aus bAV. Jeder Dritte (33 %) fühlt sich sehr schlecht bis schlecht fürs Alter abgesichert. Die Zufriedenheits- und Weiterempfehlungsrate der Pensionskasse Rundfunk ist hingegen sehr hoch...

 

Sie geben alles für den perfekten einen Moment und bescheren ihrem Publikum unvergessliche Augenblicke – bei ihrer eigenen Altersvorsorge hegt die Mehrheit der Film- und Fernsehschaffenden in Deutschland allerdings eher schlechte Aussichten. Das ergibt eine Umfrage der Pensionskasse Rundfunk (PKR) und Langer Media research & consulting unter insgesamt 2.763 Personen, die im Zeitraum vom 24.10. bis 17.12.2019 durchgeführt wurde. Die größten darin vertretenen Berufsgruppen waren die der Schauspieler*innen (544 Personen), Kameraleute (233), Editor*innen (144), Regisseur*innen (104), Kameraassistent*innen (97) und Autor*innen (86).

Knapp die Hälfte (45 %) aller Befragten verdiente 2018 weniger als das entsprechende Durchschnittseinkommen aller Erwerbstätigen in Höhe von 34.320 Euro brutto im Jahr. (Quelle: Statistisches Bundesamt, Zahlen für 2017. Das Durchschnittseinkommen aller Arbeitnehmer umfasst Bruttoeinkommen aus selbstständiger und nicht selbstständiger Arbeit sowie aus Teilzeit und geringfügiger Beschäftigung.) Ein Viertel (26 %) verfügte über 35.000 bis 50.000 Euro, 18 % zwischen 50.000 und 70.000 Euro und 11 % über 70.000 Euro Bruttojahreseinkommen. Als Haupttätigkeit bestreiten die Befragten Ihr Einkommen zu 38 % aus selbstständiger bzw. freiberuflicher Arbeit und zu 46 % aus projektgebundenen und befristeten Angestelltenverhältnissen. Nur 3 % geben an, als Haupttätigkeit unbefristet angestellt zu sein. Generell arbeiten alle Befragten in mehreren Beschäftigungsverhältnissen in Haupt- bzw. Nebentätigkeit.

 

Viel Engagement, dennoch schlechte Absicherung
Die Umfrage zeigt eine relativ breite Streuung von Einnahmequellen im Alter: Mit gut 90 % sind Bezüge aus der gesetzlichen Rente bzw. der Künstlersozialkasse (KSK) die wichtigste Einnahmequelle, gefolgt von privaten Rentenversicherungen (41 %) und Modellen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) (39 %), darunter das der PKR. Der größte Teil der Befragten (65 %) ist für Produktionsunternehmen tätig, 23 % Prozent direkt für öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten. Dabei arbeiten die Filmschaffenden hauptsächlich an TV-Filmen (58 %) und TV-Serien (52 %), für die auch PKR-Beiträge abgeführt werden können. Auf die TV-Produktionen folgen Kino-Spielfilme (39 %) und Produktionen für Streaming-Dienstleister (17 %).

Doch auch jenseits von Versicherungen bleiben die Filmschaffenden nicht untätig und sorgen für ihr Alter vor: Jeder Dritte erwartet spätere Bezüge durch Immobilien, jeder Sechste durch Wertpapiere und andere Kapitalanlagen. Nur eine relativ geringe Zahl (5 %) ist über Partner*innen abgesichert, knapp 4 % gaben an, später über keine Rentenbezüge zu verfügen. Allerdings fühlen sich nur 15 % gut oder sehr gut fürs Alter abgesichert. Jeder Dritte antwortete auf diese Frage mit „sehr schlecht“ (9 %) oder „schlecht“ (25 %) oder „mittelmäßig“ (25 %). Auf die Frage, ob sie mit ihrem aktuellen Einkommen eine adäquate Altersvorsorge aufbauen können, antworteten knapp zwei Drittel mit „Eher nicht“ oder „Nein“, knapp jede*r Fünfte hielt dies immerhin noch für wahrscheinlich. Nur 9 % antworteten mit einem klaren „Ja“.

 

Betriebliche Altersvorsorge stärken
„Die Ergebnisse der Umfrage tragen eine positive und eine negative Nachricht in sich“, meint Martin Schrader, Vorstandsvorsitzender der Pensionskasse Rundfunk. Einerseits zeigten sie, dass die Mehrheit der Film- und Fernsehschaffenden die Wichtigkeit der Altersvorsorge erkannt habe und auch schon heute aktiv für morgen tätig sei. „Doch nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Einkommenssituation ist zu überlegen, wie freie Filmschaffende effektiv fürs Alter vorsorgen können.“ Vor allem Modelle der betrieblichen Altersvorsorge, die steuerliche Vorteile und mitunter Zuschüsse vom Auftraggeber bieten, scheinen hier besonders geeignet. Diese Form der Altersvorsorge gelte es als Ergänzung zur gesetzlichen Rente bzw. KSK zu stärken, da die gesetzliche Rente allein im Alter nicht ausreicht.

Positiv: 69 % der Befragten gaben an, bereits Mitglied der Pensionskasse Rundfunk zu sein, von diesen wiederum haben nahezu alle (93 %) ausnahmslos oder mehrheitlich positive Erfahrungen bei der Abführung der Pensionskassen-Beiträge durch ihre Auftraggeber*innen gemacht. „Dieses Ergebnis stimmt uns sehr optimistisch, zeigt es doch, dass auch die überwiegende Mehrheit der Produktionsunternehmen und Rundfunkanstalten die Altersvorsorge ihrer Beschäftigten sehr ernst nimmt und ihre Anstaltsbeiträge leistet“, so Schrader. 92 % der Befragten würden die PKR außerdem weiterempfehlen, 97 % sind mit den Leistungen „Sehr zufrieden“ oder „Zufrieden“.

Die ausführliche Langauswertung der Studie folgt Anfang Februar, die gedruckte Langversion wird öffentlichkeitswirksam auf der Berlinale ausgegeben.

 

Zur Pensionskasse Rundfunk

Die Die Pensionskasse Rundfunk (PKR) bietet betriebliche Altersvorsorge mit flexibler Beitragszahlung und Arbeitgeberzuschüssen für Freie in Film, Funk und Fernsehen. Auch bei unregelmäßigen Einkünften – typisch für Freie – soll damit eine adäquate Rentenabsicherung ermöglicht werden. 

Gegründet wurde sie 1971 von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und der Rundfunk-Fernseh-Film Union (heute Fachgruppe Medien in ver.di). Die PKR hat 21.000 Mitglieder und verwaltet eine Kapitalanlagesumme von über 1,8 Milliarden Euro. Ihr Sitz ist in Frankfurt am Main.

Gespeist wird die kapitalgedeckte Altersversorgung aus Eigen- und Anstaltsanteilen der Mitglieder. Von jedem Honorar oder Gehalt freier Mitarbeiter*innen gehen vier oder sieben Prozent an die Pensionskasse Rundfunk; Sender und Produktionsunternehmen geben ihre Anstaltsbeiträge in gleicher Höhe dazu und überweisen automatisch beide Anteile an die Pensionskasse. Anstaltsmitglieder sind alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands sowie über 400 Produktionsunternehmen. Mitglied können alle Freien in Film und Fernsehen werden, die für Rundfunkanstalten oder teilnehmende Produktionsunternehmen arbeiten und dort nicht unbefristet fest angestellt ist. Also freie Mitarbeiter*innen, feste Freie sowie befristet Angestellte und Teilzeitbeschäftigte.

Weitere Informationen: www.pkr.de

Zahlen korrigiert am 09.02.20



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