Technologie und Medienrealisation in Film und Video





news | Verbände    12.02.2020

Film ist Geschichten erzählen mit technischen Mitteln

Im Hinblick auf die Novellierung des Filmförderungsgesetzes (FFG) in 2022 hebt der VTFF (Verband Technischer Betriebe für Film und Fernsehen) mit einer Stellungnahme die Bedeutung des technisch-kreativen Prozesses hervor.

VTFF - Stellungnahme zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes 2022:

 

1. Bedeutung und Situation der technisch-kreativen Produktionsunternehmen

Film hat schon immer und heute mehr denn je mit Technik zu tun, weshalb jede Filmkultur die entsprechende Expertise und Infrastruktur braucht. Von den technisch-kreativen Produktionsunternehmen hängt wesentlich die Qualität und Attraktivität eines Filmstandortes ab. In Deutschland erwirtschaftet dieser Wirtschaftszweig rund 1 Mrd. € Umsatz mit etwa 13.000 Mitarbeitern. Mehr als 1.000 Unternehmen leisten über die Hälfte der an einer Filmproduktion beteiligten Services und tragen die erforderlichen technischen Innovationen in immer kürzeren Lebenszyklen.

Gleichzeitig stehen sie in einem starken internationalen Wettbewerb und unter großem wirtschaftlichem Druck, der sich in niedrigen Umsatzrenditen, im Abbau von Produktionsstätten und in der Abwanderung von qualifizierten Arbeitskräften ins Ausland zeigt.

 

2. Vorschläge zur Stärkung der filmtechnischen Expertise und Infrastruktur

Für die Filmwirtschaft ist eine Kultur- und Industriepolitik erforderlich, die die Infrastruktur und die Arbeitsplätze im Fokus hat und zur Wettbewerbsfähigkeit des Standortes beiträgt. Die FFA ist beauftragt, Maßnahmen zur Verbesserung der Struktur der deutschen Filmwirtschaft durchzuführen und die gesamtwirtschaftlichen Belange der Filmwirtschaft in Deutschland einschließlich ihrer Beschäftigten zu unterstützen. Diese wirtschaftliche Ausrichtung des FFG wurde 2014 vom Bundesverfassungsgericht ausdrücklich hervorgehoben.

a. Förderung sämtlicher Produktionsbereiche mit Fokus Innovation

Der VTFF plädiert für eine starke Berücksichtigung der technisch-kreativen Produktionsunternehmen in der Grundlage und Ausführung der Filmförderung. Das ist für die gestalterische Leistungsfähigkeit des Filmstandortes und für die Beschäftigungseffekte sinnvoll und im digitalen Zeitalter unumgänglich.

Um zukunftsweisende Produktionen und die ausführenden Unternehmen zu erreichen, muss die Förderung für sämtliche Produktionsschritte anwendbar sein und einen Fokus auf innovative Projekte mit entsprechender digitaler Bild- und Tonbearbeitung/VFX legen. Für eine größere Wirksamkeit der bundesweiten und regionalen Filmförderungen nach innen und außen sollten die einzelnen Instrumente besser aufeinander abgestimmt und die Beantragung vereinfacht werden.

Als neue technische Aufgabe bei internationalen aber auch nationalen Filmproduktionen hat sich in den letzten Jahren die Infrastruktur zur Datensicherung gezeigt. Umfangreiche Vorkehrungen gegen Piraterie und Cyberangriffe fordern zusätzliche Investitionen und Ausgaben im Produktionsprozess, die im Interesse aller in den Kostenkatalog aufgenommen werden sollten.

b. Territorialisierung der Ausgaben

Der VTFF hält eine Territorialisierung der Ausgaben in der von der EU Kinomitteilung zugelassenen Höhe für unerlässlich. Da die anderen Länder ebenfalls davon Gebrauch machen, können nur so ausgewogene Wettbewerbsbedingungen hergestellt werden. Dies sollte zukünftig sowohl im FFG als auch unmittelbar in den entsprechenden Verordnungen umgesetzt werden.

c. Sitz im FFA Verwaltungsrat

Der Verband Technischer Betriebe für Film und Fernsehen e.V. (VTFF) ist einer der ältesten Verbände der deutschen Filmwirtschaft und vertritt die Ateliers, Postproduktions-, VFX- und Ton-Studios sowie Anbieter von Kameras, Licht- und Übertragungstechnik. Um die Themen der operativen Produktionswirtschaft in die FFA einzubringen, hält der VTFF weiterhin mindestens einen Sitz im FFA Verwaltungsrat für erforderlich. Außerdem sollte der VTFF weiterhin in den für die Infrastruktur relevanten Kommissionen vertreten sein.

 

3. Digitalisierung des Filmerbes

Die Sicherung und Digitalisierung des Filmerbes wird inzwischen in der Branche, der Politik und Gesellschaft als notwendige und sinnvolle gemeinschaftliche Aufgabe erachtet. Sie dient dem Erhalt unsrer audiovisuellen Kultur und ist die Voraussetzung für die künftige Nutzung von analogen Filmen auf sämtlichen digitalen Verbreitungswegen. Es ist sehr erfreulich, dass diese Aufgabe ins Filmförderungsgesetz aufgenommen wurde und seit 2019 das Förderprogramm Filmerbe zur Verfügung steht. Die darin vereinbarten von Bund, Ländern und der FFA anteilig finanzierten jährlichen 10 Mio. € über einen Zeitraum von 10 Jahren sind erforderlich, um in relevantem Umfang kontinuierlich arbeiten zu können.

Produzenten, Verleiher, Stiftungen und Kinematheken haben große Filmbestände, die sie digitalisieren wollen, um sie auszuwerten, vorzuführen oder vor dem Verfall zu retten. Die Digitalisierungsförderung wird von vielen Antragstellern für verschiedenste Projekte in Anspruch genommen, was das breite Interesse von Branche, Publikum und Gesellschaft an der Filmgeschichte wiederspiegelt.

Gleichzeitig werden die technische Infrastruktur und die Kompetenzen rund um die analoge Filmbearbeitung erhalten, so dass sich der Standort Deutschland auch in diesem speziellen Segment entwickeln kann.

Der VTFF plädiert für den Erhalt dieses Förderprogramms und für eine Fortsetzung des Austauschs zwischen politischen Institutionen, Rechteinhabern, Archiven und technisch-kreativen Dienstleistern über organisatorische, inhaltliche, gestalterische und technische Aspekte der Filmsicherung und -auswertung.

 

4. Entwicklung eines modernen Filmstandorts

Der Filmstandort Deutschland hat in den letzten Jahren vieles erreicht: steigende Zuschaueranteile, hohe Produktionsqualität, internationale Anerkennung und Auszeichnungen. In einigen Bereichen wie dem Einsatz innovativer Technologie, der Entwicklung moderner Formate oder der Nutzung von Wachstumschancen gibt es noch Luft nach oben. Das neue FFG bietet eine Gelegenheit, diese Potentiale auszuschöpfen und zukunftsorientierte Wege zu beschreiten, die aus Deutschland einen modernen Filmstandort machen.

Dazu gehören auch Nachhaltigkeit, soziale Verträglichkeit und gesellschaftliche Verantwortung, die von den Unternehmen gern umgesetzt und wahrgenommen werden, wenn es die Rahmenbedingungen ermöglichen.

www.vtff.de



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