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news | Nachruf    13.02.2020

Zum Tod von Joseph Vilsmaier

Der BVK - Bundesverband Kinematographie erinnert an sein am 11. Februar 2020 verstorbenes Mitglied, den Kameramann, Regisseur und Produzenten Joseph Vilsmaier.

Joseph Vilsmaier (1939 - 2020) Quelle: BVL

Dreh zu "Der Boandlkramer und die ewige Liebe"(mit Bully Herbig und Hape Kerkeling) © Perathon Film

 

BVK – Berufsverband Kinematografie:

Joseph Vilsmaier ist im Alter von 81 Jahren zuhause im Kreise seiner Töchter friedlich verstorben.

Er war dem BVK seit 1982 als Mitglied verbunden und hat auch als Regisseur und Produzent immer auf sein Selbstverständnis als Kameramann verwiesen. Als gleichermaßen musisch, organisatorisch und visuell Begabter konnte er im Lauf seines Lebens viele seiner künstlerischen Vorstellungen durch umfassendes und beherztes Herangehen an seine Projekte umsetzen. 

Geboren wurde Joseph Vilsmaier am 24. Januar 1939 in München, wo er auch einen Großteil seiner Kindheit verbrachte. Zunächst absolvierte er in der Kameratechnik bei ARRI München eine Ausbildung und studierte daneben Klavier am Münchner Konservatorium. 1961 wurde er als Kameraasistent bei der Bavaria Film angestellt und erlernte somit die technischen Zusammenhänge von der Pieke auf. 

Ein Jahrzehnt später gestaltete er als verantwortlicher Kameramann ab 1972 Fernsehfilme, u.a. den Tatort "Doppelspiel" (1984) und "Rosinenbomber" (1987). Seine Produktionsfirma Perathon Film gründete Vilsmaier 1988 und realisierte mit ihr seinen ersten Spielfilm als Kameramann und Regisseur in Personalunion. "Herbstmilch" war ein Riesenerfolg im deutschen Kino und hatte eine besondere filmerzählerische Dichte. Diese erste Regiearbeit wurde mit zahlreichen Filmpreisen ausgezeichnet und hatte über zwei Millionen Kinobesucher. 

Es folgten die Filme "Rama Dama" (1990), das Anti-Kriegs-Epos "Stalingrad" (1992) und "Charlie & Louise - Das doppelte Lottchen" (1993). Sepp Vilsmaier übernahm bei vielen seiner Filme neben der Regie auch die Bildgestaltung als Kameramann. Seine Filme "Schlafes Bruder" (1995) und "Comedian Harmonists" (1997) brachten ihm in ternationale Anerkennung (Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film für "Schlafes Bruder"). Es folgten zahlreiche weitere Filme, wie "Marlene" (2000), "Leo und Claire" (2001) und "Bergkristall" (2004). 

Nach "Der Weihnachtsbrei" (2005) und dem Deportations-Drama "Der letzte Zug" (2006) folgten weitere Fernsehkrimis, nämlich "Siska - Schatten einer Frau", sowie zwei Folgen von "Der Alte". Mit dem Zweiteiler "Die Gustloff" (2007) folgte erneut ein historischer Stoff. 2008 entstand "Die Geschichte vom Brandtner Kaspar", 2009 das Bergdrama "Nanga Parbat". Die Dokumentarfilme "Bavaria - Traumreise durch Bayern" (2012) und "Bayern - sagenhaft" (2017) sind weitere Zeugnisse seiner Heimatverbundenheit und Liebe zu Bayern. Sein letzter Kinofilm "Der Boandlkramer und die ewige Liebe"(mit Bully Herbig und Hape Kerkeling), zu dem er die Regiearbeit noch abschließen konnte, soll noch in diesem Jahr uraufgeführt werden. 

Joseph Vilsmaier wurde nicht nur mit zahlreichen Bayerischen Filmpreisen überschüttet, sondern erhielt 2009 den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten und 2014 die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber. 

1986 hatte Vilsmaier die tschechische Schauspielerin Dana Vávrová geheiratet, die viel zu früh im Alter von 41 Jahren 2009 verstarb. 

Mitgliedschaft, Vorstand und Geschäftsführung des BVK werden Joseph Vilsmaier, den wir mit seinem zugewandten und pragmatischen Herangehen an komplexe Projekte immer bewundert haben, in dankbarer Erinnerung behalten."




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