Technologie und Medienrealisation in Film und Video
news | verbände    24.04.2020

Covid-19: Initiative Zukunft Filmproduktion Deutschland

Unter dem Motto "Nicht ohne uns!" richtet die "Initiative Zukunft Filmproduktion D" in einem offenen Brief das Augenmerk der Politik auf die Lage der Nicht-Selbstständigen-Filmschaffenden.

Drehpause    © romain geib

Drehpause © romain geib

 

OFFENER BRIEF

Initiative Zukunft Filmproduktion Deutschland: Nicht ohne uns!

Sehr geehrter Herr Bundesarbeitsminister Heil, sehr geehrte Kultusminister*innen, sehr geehrte Damen und Herren,

zahlreiche Hilfspakete wurden bereits von Bund und Ländern geschnürt, um Selbstständige und kleine Unternehmen in der aktuellen Krise zu unterstützen.

Auch Filmschaffende dürfen dabei nicht allein gelassen werden.

Das Problem der Filmschaffenden: Es gibt eine große Gruppe, sogenannte "auf Produktionsdauer Beschäftigte", die von den aktuellen Rettungspaketen nicht berücksichtigt werden, da diese nicht selbstständig sind.

Es besteht dringend Handlungsbedarf, um ihre Existenzen und damit auch das erfolgreiche Fortbestehen der deutschen Filmwirtschaft zu sichern.

 

Über 11.400 betroffene Filmschaffende sind unserem Aufruf gefolgt und haben sich allein in den vergangenen Wochen unserer Initiative ZUKUNFT FILMPRODUKTION DEUTSCHLAND: NICHT OHNE UNS! angeschlossen.

In Tausenden von Posts auf Facebook berichten sie täglich von ihren Sorgen und Nöten.

Diese dürfen nicht unbeachtet bleiben!

 

Hintergrund der Initiative:

Oft werden Kollegen, die beim Film arbeiten als "Freischaffende“ oder "Freiberufliche“ bezeichnet. Diese Bezeichnung trifft jedoch nicht zu und ist irreführend. Sachlich richtig ist, dass der überwiegende Teil der Kollegen auf Produktionsdauer Beschäftigte sind.

Das heißt, dass die Filmschaffenden projektbezogen für einen bestimmten Zeitraum angestellt sind.

Dies betrifft insbesondere die Abteilungen Produktion, Ausstattung, Kostüm, Maske, Regie, Kamera, Ton und Licht.

Aufgrund der Corona-Krise wurden bereits laufende bzw. fest eingeplante TV- oder Kino-Produktionen auf unabsehbare Zeit verschoben bzw. ganz abgesagt. Dies trifft die befristet Beschäftigten immens, denn für viele besteht kein bzw. nur noch ein geringer Restanspruch auf Arbeitslosengeld I (ALG I).

Für viele Filmschaffende wird ein existentielles Problem in die Zukunft (dem individuellen Bezugsende von ALG1) verschoben, da durch die fehlenden Beschäftigungen über einen längeren Zeitraum kein neuer Anspruch erwirtschaftet werden kann.

Die vorgeschlagenen Anpassungen sorgen dafür, dass der Branche nach einer längeren Zwangspause nicht noch mehr Fachkräfte verloren gehen und sich der schon bestehende Fachkräftemangel nicht weiter verschärft.

Auch wenn die Antragsvoraussetzungen für das ALG II im Zuge der Corona-Krise vorläufig gelockert und vereinfacht wurden, ist dies keine langfristige Alternative, da zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausreichend geklärt ist, wie das Verfahren nach der Corona-Krise gehandhabt wird (z.B. Rückzahlung oder Überprüfung der Voraussetzungen).

Vorschläge der Initiative:  

 

ALG I:

Bei aktuellem Bezug von ALG I wird die Anspruchsdauer um die Zeit des Social Distancing bis zu dessen Aufhebung bzw bis zur Wiederherstellung der Rechtssicherheit für Dreharbeiten, verlängert.

Für alle Filmschaffenden findet die verkürzte Anwartschaftszeit für ALG1 für vorwiegend befristete Beschäftigte Anwendung (180 sozialversicherungspflichtige Tage/6 Monate in 30 Monaten) bei befristetem Verzicht auf die Verdienstobergrenze und die zeitliche Begrenzung der einzelnen Tätigkeiten.

 

ALG II/ Hartz 4

Als situationsbedingte Ausnahme ein erleichterter Zugang zur Grundsicherung mit befristetem Verzicht auf die Vermögensanrechnung/Vermögenserklärung.

 

Im Namen von mehr als 11.000 Film-Kollegen bitten wir Sie, sich der geschilderten Problematik anzunehmen und uns in dieser dringenden Angelegenheit zu unterstützen.

Für Gespräche stehen wir Ihnen bereit und leisten gern unseren produktiven Beitrag zu dieser Aufgabenstellung. Nur wenn Politik, Verbände und Interessengemeinschaften zusammenarbeiten, lassen sich die aktuell großen Herausforderungen für unsere Branche gemeinsam meistern.

Initiative Zukunft Filmproduktion Deutschland: Nicht ohne uns! 

In Zusammenarbeit mit :

 

Die ADU - DIE ASSISTANT DIRECTORS UNION www.ad-union.org

Verband der Requisiteure und Set Decorator www.vdrsd.de

Bundesverband Locationscouts e.V. www.bvlocation.de

 



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