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news | Firmenmeldungen    15.05.2020

Lawo aktiviert Remote-Zugriff auf die KQED-Sendezentrale

Lawo-Ingenieure entwickeln für den kalifornischen Broadcaster KQED aufgrund der Pandemie als Vorsorgemaßnahme eine Kombination aus Hardware-Fernsteuerung des Hauptschaltraums und virtueller Steuerung der Studiomischpulte.

Der Technikraum von KQED im Sutro Tower © Lawo

Der Technikraum von KQED im Sutro Tower © Lawo

 

Das Radio ist und bleibt in Krisenzeiten eine wichtige Nachrichten- und Informationsquelle. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Kaliforniens sind seit jeher auf fast alle Eventualitäten wie Erdbeben, Überschwemmungen und Waldbrände vorbereitet. Aktuell müssen sie sich jedoch damit auseinandersetzen, wie sie ihren Informationsauftrag auch während einer Pandemie optimal erfüllen können.

Bei KQED in San Francisco, einem Mitglied der Vereinigung öffentlich-rechtlicher Radiosender (NPR) in den USA verfolgte man aufmerksam, wie immer mehr US-Sender aufgrund der Covid-19-Maßnahmen ihren Angestellten den Zugang zu den Sende- und Produktionsgebäuden verwehren mussten. Daraufhin suchte KQED eine Lösung, um den Fernzugriff auf den Hauptschaltraum des Senders und die angrenzenden Produktionsbereiche sicherzustellen.

„Wir überlegten uns, wie wir vorgehen, wenn einer unserer Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet wird. Wie wollen wir unseren Programmbetrieb fahren, wenn wir nicht mehr auf das Gelände bzw. in unseren Bereich dürfen“, fasst Donny Newenhouse, Executive Director of Broadcast Engineering and Operations bei KQED, die Kernfrage zusammen.

„Wir mussten einen Weg finden, um unseren Hauptschaltraum (HSR) von außerhalb zu steuern – soviel war klar. Außerdem mussten die drei Studios, in denen unsere tägliche Radio-Telefon-Show "Forum“ produziert wird, aus der Ferne bedienbar sein. Da diese Bereiche über sapphire-Mischpulte von Lawo verfügen, riefen wir bei Lawo an und erkundigten uns nach den Möglichkeiten.“

„Es gab zwar keine schlüsselfertige Lösung für die Fernsteuerung der sapphire-Mischpulte und der integrierten vernetzten Systeme, aber unsere Techniker hatten sofort ein paar Ideen“, so Herbert Lemcke, Key Account Manager/Präsident, Lawo Corp. Amerika. „Der Schlüssel war eine als Backup gedachte sapphire-Konsole, die jetzt als Fernbedienung für das Pult im HSR genutzt wird. Mit mehreren CANBus-auf-IP-Wandlern wurden der Mischpultkern und die Nova73-Kreuzschiene des Senders miteinander vernetzt und können jetzt flexibel gesteuert werden.

Der Technikraum von KQED im Sutro Tower (Hauptsendeanlage vieler Fernseh- und UKW-Sender in der Bay Area) beherbergt eine Notfall-Fernbedienungsanlage, die bereits vom KQED-Fernsehen genutzt wird. Hierfür gibt es im Sutro Tower einen Havarie-Hauptschaltraum für das Fernsehen. Mit der dort installierten sapphire-Konsole können die Techniker von KQED das sapphire-Pult in ihrem HSR direkt ansteuern. Damit ist die vollständige Kontrolle über alle Satellitenzuspieler und lokalen Programmquellen gewährleistet.

Der zweite Teil des Projekts – die Einrichtung eines "virtuellen Studios“ im Sutro Turm für die Produktion der täglichen "Forum“-Sendung – erforderte eine andere Art der Fernsteuerung. Hierfür entwarfen Lemcke und Lawo-Entwicklungsingenieur Andreas Schlegel eine Touchscreen-Mischpultoberfläche anhand der VisTool GUI Building Software von Lawo. Diese verbindet über IP den Sutro Tower mit den KQED-Studios in der Innenstadt und ermöglicht so den umfassenden Zugriff auf alle Mischpultfunktionen und Pultressourcen in den drei Regieräumen des Senders, inklusive Codec-Pools, VoIP-Telefonsystem, Dalet-Playout-System und sogar die Talkback- und Mix-Minus-Kanäle.

Die Lawo-Ingenieure schneiderten KQED damit eine optimale Remote-Lösung: Die komplette physische und virtuelle Fernsteuerung wurde in weniger als einer Woche aufgebaut, getestet und abgenommen. Die Erfahrungsberichte der Techniker über die Implementierung des virtuellen Studios sind einhellig positiv.

„Mit der Kombination aus Hardware-Fernsteuerung des Hauptschaltraums und virtueller Steuerung unserer Studiomischpulte per VisTool ist unser Notfallszenario eine runde Sache. Bleibt nur noch zu hoffen, dass wir es nie anzuwenden brauchen“, resümiert Newenhouse.

www.lawo.com



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