Technologie und Medienrealisation in Film und Video
news | personalien    20.10.2020

DoP David Slama ist gestorben

Kameramann David Slama ist am 15. Oktober im Alter von 74 Jahren gestorben. Der gebürtige Tscheche führte bei mehr als 80 Film- und Fernsehproduktionen die Kamera.

ifs © Klaus-Goergen

David-Slama bei beim Lichtgestaltungseminar an der ifs-Filmschule © ifs/Studenten H-Seminar


David Slama wurde 1946 in Prag geboren und lernte das Handwerk an den tschechoslowakischen Film- und Fernsehstudios Prag. Nach der Emigration 1968 studierte er ab 1969 in West-Berlin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb) bei Michael Ballhaus und Peter Stein.

Ab 1973 drehte Slama als Kameramann über 80 Spiel- und Fernsehfilme u.a. mit den Regisseuren Luc Bondy (»Triumph der Liebe«), Reinhard Hauff (»Mit den Clowns kamen die Tränen«), Harun Farocki, Philipp Kadelbach (»Unsere Mütter, unsere Väter«, »Hindenburg«), Andreas Prochaska, Manfred Stelzer. Immer wieder drehte er mit Regisseur Adolf Winkelmann (über 12 Produktionen), u.a. die Kohlepott-Kinofilme »Die Abfahrer« (1978), »Jede Menge Kohle« (1980), das Fußballdrama Nordkurve“ (1991) sowie den TV-Zweiteiler »Contergan – Eine einzige Tablette« (WDR, 2006). Zusammen mit DoP Ballhaus arbeitete Slama als Kamera-Operator auch für Martin Scorsese, etwa beim Bibelfilm »Die letzte Versuchung Christi« (1988).

Für das Fernsehen stand er bei zahlreichen Folgen für die Regisseure Manfred Stelzer (»Polizeiruf 110«), Andreas Prochaska (»Zodiak - Der Horoskop-Mörder«, »Spur des Bösen«), Peter Keglevic (»Edgar Wallace«, »Roy Black Story«) und Daniel Helfer (»Einsatz Mord«) hinter der Kamera.

Daneben wandte sich David Slama in Zusammenarbeit mit Josef Kluger/KUK neuen technischen Sonderformaten (3D/HD, VFX) in Auftrag von Unternehmen (Space Park, Robert Bosch, T-Com) zu und drehte für das 5D-Kinotheater im Wiener Prater das Spezialprojekt »Miraculum« (R: Andreas Kornprobst). Gemeinsam mit Regisseur Joachim A. Lang gestaltete Slama 2018 die Kinoverfilmung »Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm« als reich bebildertes opulentes Gesamtkunstwerk.

Parallel zu seiner künstlerischen Arbeit lehrte er an der Deutschen Film und Fernsehakademie, der Universität Hamburg, der Fachhochschule Dortmund und der Fachhochschule Hannover. Seit 2010 war Slama Professor für Kamera – DoP- Spielfilm an der IFS Köln und Mitglied der Deutschen Filmakademie.

Zu den zahlreichen Auszeichnungen mit denen David Slama für seine Arbeit geehrt wurde, gehört der Bundesfilmpreis in Gold (1981), Adolf Grimme-Preis in Gold (1997), der Deutsche Kamerapreis / Ehrenkameramann (2007) und die ROMY 2011 für Beste Kamera TV-Film (»Spur des Bösen«). Er habe „in seiner Karriere keine kreative Herausforderung gescheut“, hieß es damals in der Laudatio.



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