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news | Veranstaltungen    09.01.2019

Programm Berlinale Perspektive Deutsches Kino 2019

Die Perspektive Deutsches Kino wird volljährig. Seit 18 Jahren widmet sich die Berlinale mit dieser Sektion dem deutschen Filmnachwuchs und unterstützt Talente, die selbstbewusst nach ihrem eigenen künstlerischen Ausdruck suchen.

Born In Evin, Regie: Maryam Zaree © Tondowski Films

Born In Evin, Regie: Maryam Zaree © Tondowski Films

 

„Es war eine gute Idee, dem Nachwuchs des deutschen Films gleich zu meinem Amtsantritt vor 18 Jahren mit der Perspektive Deutsches Kino eine eigene Sektion zu widmen. Erst Alfred Holighaus und dann Linda Söffker haben dieses Engagement für den deutschen Film erfolgreich kuratiert“, kommentiert Festivaldirektor Dieter Kosslick die Geschichte der Sektion.

Eine große Leinwand, die aufregende Atmosphäre eines A-Festivals und 500 Leute in einem ausverkauften Premierenkino sind Antrieb, Energie und Rückenwind zugleich. Regisseur*innen wie Sonja Heiss, Thomas Stuber, Nicolas Steiner, Anne Zohra Berrached, Dietrich Brüggemann, Nicole Vögele u.v.a. zeigten hier ihre ersten Werke und viele qualifizierten sich anschließend für den Wettbewerb.

„Wie jedem Anfang wohnt Erstlingswerken ein Zauber inne, den wir zum Leuchten bringen wollen. Hier bei uns beginnt für viele Filmemacher*innen der hoffnungsvolle Weg in die Zukunft des Kinos“, so Sektionsleiterin Linda Söffker.

Die Themen, mit denen sich die jungen Filmemacher*innen beschäftigen, haben sich wenig verändert. Zu Recht geht es immer wieder um die Liebe, um Identität, Freiheit und Selbstverwirklichung. Aber die Geschichten und ihre Protagonist*innen sind im Laufe der Jahre internationaler geworden. Auch die zwölf eingeladenen Dokumentar- und Spielfilme des diesjährigen Programms geben davon Zeugnis.

Regisseurin und Schauspielerin Maryam Zaree wurde in einem der berüchtigtsten politischen Gefängnisse des Iran geboren. In ihrem dokumentarischen Debütfilm "Born in Evin" (P: Tondowski Films, Berlin) begibt sie sich auf eine persönliche Spurensuche: Sie versucht das Schweigen zu brechen und mit ihren Eltern über die gewaltvollen Umstände ihrer Geburt zu sprechen. Und sie befragt andere Kinder, die in Evin geboren wurden, nach ihren Erfahrungen und den traumatischen Konsequenzen. Maryam Zarees filmischer Zugriff entfaltet sich an ihrer eigenen Biografie und bringt darüber hinaus die Gräuel von Verfolgung und Entmenschlichung im Iran und weltweit schmerzlich ins Bewusstsein.

Die Regisseurin Udita Bhargava wurde in Indien geboren und kehrt mit ihrem abendfüllenden Abschlussfilm (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF) "Dust" (P: unafilm, Köln) auch zurück in ihre Heimat. Sie erzählt die Geschichte von David (Morten Holst), der in das unruhige Herz Indiens reist und dort nach den Spuren seiner verstorbenen Freundin sucht. Dust wandelt zwischen Erinnerungswelten und Zukunftsfunken vor dem Hintergrund eines linken Aufstands und zeigt Inder*innen, die in einem unmenschlichen Konflikt gefangen sind.

Der in Wien geborene Deniz Cooper begibt sich mit seinem Spielfilmdebüt "Fisch lernt fliegen" (P: Salka Weber und Deniz Cooper, Berlin) nach Italien. Eine junge Frau (Salka Weber) steht auf der Rialtobrücke in Venedig, in der Kühlbox ihr toter Goldfisch, den sie eigentlich dem Meer überlassen will. Doch ein Gefühl, das stärker ist, lässt sie zweifeln und sie packt den Fisch wieder ein. In dem surrealen Setting einer menschenleeren Stadt macht sie sich auf die Suche nach dem verlorenen Sinn.

Beobachtend erforscht der Dokumentarfilm "Das innere Leuchten" (P: AMA FILM, Stuttgart) von Stefan Sick den Alltag von Menschen mit Demenz in einer Pflegeeinrichtung und wagt eine poetische Interpretation dieses besonderen Zustands. Eine starke emotionale Nähe zu den Protagonist*innen aufbauend macht der Film deren Blick auf die Welt erfahrbar, offenbart ihre Aura – ihr inneres Leuchten.

Drei Berlin-Filme runden das Perspektive-Programm 2019 ab. Die Regisseurin Simona Kostova wurde in Bulgarien geboren und feiert in ihrem dffb-Abschlussfilm "Dreissig" eine Partynacht in Berlin. Sechs Freunde Anfang 30 erleben die Intensität des Hier und Jetzt an einem Freitag im Oktober in Berlin-Neukölln. Das Debüt feiert seine Premiere auf dem International Film Festival Rotterdam und ist im Anschluss bei der Perspektive Deutsches Kino zu sehen.

"Berlin Bouncer" (P: Flare Film, Berlin) von David Dietl vereint die legendären Türsteher Frank Künster, Smiley Baldwin und Sven Marquardt in einem Dokumentarfilm über die Partymetropole Berlin. Die drei sehr verschieden aufgewachsenen Charakterköpfe verfingen sich im Nachtleben der Neunzigerjahre und gelten nun seit vielen Jahren als berühmt-berüchtigte Türsteher bei den angesagtesten Clubs der Stadt. Der Film zeichnet Berliner Kulturgeschichte vom Mauerfall bis in die pulsierende Gegenwart.

In dem von Regisseur Thomas Moritz Helm selbst produzierten Spielfilmdebüt "Heute oder morgen" (P: CASQUE film, Berlin) geht es ebenfalls um drei junge Menschen in Berlin, die sich einen Sommer lang treiben lassen und sich in ein/zwei/drei Liebesabenteuer stürzen. In Opposition zu gängigen Moralvorstellungen fragen sie nicht nach dem Morgen und geben dem Leben die Peitsche.

Zwölf Spiel- und Dokumentarfilme sind eingeladen, die um den mit 5.000 Euro dotierten Kompass-Perspektive-Preis konkurrieren. Die Juror*innen sind die FIRST-STEPS-Programmleiterin Andrea Hohnen, der Schauspieler und Regisseur Jerry Hoffmann und die Produzentin Trini Götze (Trimafilm). Am Freitag, den 15. Februar um 19:00 Uhr werden sie im CinemaxX 3 den Preis für den besten Film des Programms vergeben.

Am Berlinale Publikumstag, dem 17. Februar 2019, präsentiert die Perspektive den Preisträgerfilm des Spielfilmwettbewerbs des Max Ophüls Preis 2019 sowie den Dokumentarfilm-Gewinner des FIRST STEPS Award 2018 (Tackling Life, R: Johannes List).

 

Die Filme im Überblick:

 

Berlin Bouncer

von David Dietl, Dokumentarfilm, Weltpremiere

 

Born In Evin

von Maryam Zaree, Dokumentarfilm, Weltpremiere

 

Dreissig

von Simona Kostova, mit Övünç Güvenişik, Pascal Houdus, Raha Emami Khansari, Kara Schröder, Henner Borchers, Anja Langer, Spielfilm, Deutschlandpremiere

 

Dust

von Udita Bhargava, mit Morten Holst, Vinay Pathak, Abu Bakr Golu, Kalyanee Mulay, Babita Goyal, Spielfilm, Weltpremiere

 

Fisch lernt fliegen

von Deniz Cooper, mit Salka Weber, Alessandro Bressanello, Julia Edtmeier, Florian Carove, Dominic Oley, Spielfilm, Weltpremiere

 

Heute oder morgen

von Thomas Moritz Helm, mit Paula Knüpling, Maximilian Hildebrandt, Tala Gouveia, Spielfilm, Weltpremiere

 

Das innere Leuchten

von Stefan Sick, Dokumentarfilm, Weltpremiere

 

Als Gäste der Perspektive Deutsches Kino:

Tackling Life

von Johannes List, Dokumentarfilm

 

N.N.

Preisträger Spielfilm Max Ophüls Preis 2019

 

Bisher gemeldete Filme:

easy love

von Tamer Jandali, mit Stella Vivien Dhingra, Sophia Seidenfaden, Sönke Andersen, Lenika Lukas, Pina Felizitas, Amelie Liebst, Spielfilm, Weltpremiere

 

Die Einzelteile der Liebe

von Miriam Bliese, mit Birte Schnöink, Ole Lagerpusch, Andreas Döhler, Justus Fischer, Spielfilm, Weltpremiere

 

Die Grube

von Hristiana Raykova, Dokumentarfilm, Weltpremiere

 

Off Season

von Henning Beckhoff, mit Franziska Petri, Godehard Giese, Mittellanger Spielfilm, Weltpremiere

 

Oray

von Mehmet Akif Büyükatalay, mit Zejhun Demirov, Deniz Orta, Cem Göktaş, Ferhat Keskin, Mikael Bajrami, Spielfilm, Weltpremiere

 

Als Gast der Perspektive Deutsches Kino:

6Minuten66

von Katja Feldmeier und Julius Feldmeier, Dokumentarfilm, Weltpremiere

 

www.berlinale.de

http://www.berlinale.de



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