Technologie und Medienrealisation in Film und Video
news | Veranstaltungen    25.04.2019

Die gefühlte Realität: Retrospektive Hirokazu Kore-eda

Sein neuester Film SHOPLIFTERS – FAMILIENBANDE gab Anlass zur Retrospektive des japanischen Regisseurs Hirokazu Kore-eda. Vom 26. April bis zum 22. Juni 2019 zeigt das Filmmuseum München alle Spielflme sowie einen Dokumentarfilm über den Atombombenabwurf auf Hiroshima.

Dreharbeiten zu WIE DER VATER, SO DER SOHN / Quelle: Filmmuseum München

Dreharbeiten zu WIE DER VATER, SO DER SOHN / Quelle: Filmmuseum München

 

Die Filme des japanischen Regisseurs Hirokazu Kore-eda (geb. 1962) zeichnen sich durch ihre genaue Beobachtungsgabe, die realistische Darstellung des Alltags, das Entlarven von eingefahrenen Familienmustern und das Hineinversetzen in die Lebenswelten von Kindern aus, seine Herkunft vom Dokumentarfilm ist ihm deutlich anzumerken. Die dokumentarische Arbeit setzte er lange Zeit parallel zu seinen Spielfilmen fort.

Sein Spielfilmdebüt DAS LICHT DER ILLUSION (1995) wurde von den Erzählungen einer Witwe inspiriert, die ihm während der Arbeit an einer Fernsehdokumentation vom Selbstmord ihres Mannes erzählte. In ihrem Mann scheint sie die Reinkarnation ihrer bereits verstorbenen Großmutter zu erkennen. Transzendenz spielt in Kore-edas Filmen – wie in der japanischen Gesellschaft – eine große Rolle. In AFTER LIFE (1998) ist sie allerdings anders , fast komödienhaft, angelegt. Dort werden in einem verstaubten Zollhäuschen frisch Verstorbene von einem Beraterteam in Empfang genommen, um den wichtigsten Augenblick ihres Lebens zu ermitteln. Nachdem Kore-eda 2001 mit DISTANCE einen Zyklus abschließt, in dem er sich mit Verlust und dem Wesen der Erinnerungen auseinandersetzt, findet er drei Jahre später mit NOBODY KNOWS sein großes Thema: die Familie. Sie ist für ihn ein Mikrokosmos, der ihm stets auch Rückschlüsse auf die Verfasstheit der japanischen Gesellschaft zulässt. Er ist fasziniert von den Ritualen des Zusammenhalts, der Auflösung traditioneller Strukturen und dem Widerspruch der Generationen. In WIE DER VATER, SO DER SOHN erzählt er die Geschichte zweier nach der Geburt vertauschter Kinder und wirft dabei die Frage auf, was eine Familie wirklich ausmacht.

Ein sehr unübliches Thema für das japanische Kino inszeniert Kore-eda mit DER DRITTE MORD (2017), einem Thriller, der zum Großteil im Gefängnis spielt und sich mit dem Justizsystem auseinandersetzt . Dieser Film über die Unausschöpflichkeit der Wahrheit kann auch als Verbeugung vor dem japanischen Altmeister Akiro Kurosawa verstanden werden, mit dem Kore-eda bereits von manchen Kritikern verglichen wird.

Die Filme werden in der japanischen Originalfassung mit deutschen oder englischen Untertiteln gezeigt.

Alle Filme und Termine unter www.muenchner-stadtmuseum.de/film.



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