Technologie und Medienrealisation in Film und Video
news | Veranstaltungen    21.10.2019

Werkschau Kasseler Filmkollektiv auf dem Kasseler Dokfest

Das 36. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest (12. - 17.11.2019) präsentiert die bislang umfassendste Werkschau des Kasseler Filmkollektivs und der experimentellen Filmarbeit am Jugendhof Dörnberg.

© Sammlung Gerhard Büttenbender

© Sammlung Gerhard Büttenbender

 

Der hessische Landesjugendhof am Dörnberg bei Kassel gehörte in den 1960er Jahren zu den größten und modernsten Jugendbildungsstätten in der Bundesrepublik. Mit seiner auf Autoritätskritik ausgerichteten Pädagogik galt er als besonders progressiv. In dem kritischen und für künstlerische Experimente offenen Umfeld am Dörnberg entwickelte sich ab 1967 auch eine experimentelle Filmarbeit, die in einer kurzen aber intensiven Phase (bis 1972) eine erstaunliche Vielfalt an kurzen und mittellangen Filmen hervorbrachte. Initiiert wurde diese Arbeit durch Gerhard Büttenbender, der als Dozent für kulturelle Bildung zum Leitungsteam des Jugendhofs gehörte und im Sommer 1967 den Filmemacher Werner Nekes für mehrere Seminare auf den Dörnberg einlud.

Den Kern des Kasseler Filmkollektivs bildeten Adolf Winkelmann und Gerhard Büttenbender, zusammen mit den Zwillingsschwestern und Kunststudentinnen Gisela und Jutta Schmidt. Der Jugendhof wurde für ein paar Jahre zu einem Labor des anderen und ganz anderen Kinos. So waren die 1968 von der dffb relegierten "Berliner“ um Harun Farocki, Hartmut Bitomsky und Günter Peter Straschek häufige Gäste am Jugendhof.

Eine ganze Reihe der auf dem Dörnberg gedrehten Filme müssen als verschollen gelten. Als Unikate oder in geringer Kopienzahl hergestellt, wurden sie vermutlich durch den Gebrauch zerstört. Vieles ist aber noch da, hat in verstreuten Archiven und privaten Lagerräumen überlebt, meist als singuläre Kopien, nicht immer vollständig.

Die Werkschau bringt diesen Bestand nun erstmals zusammen. Dank eines parallelen kooperativen Forschungsprojektes der Kunsthochschule Kassel und der Universität Kassel zur Sicherung der Filme des Kasseler Filmkollektivs, konnten einige der bislang nur analog vorliegenden Kopien digitalisiert und die Filme damit zugänglicher gemacht werden. In der Werkschau werden die Filme teils in digitaler Projektion, wenn möglich aber als 16mm-Kopien gezeigt.

Die Filme des Kollektivs werden ergänzt um weitere am Dörnberg entstandene Kurzfilme sowie um die dreiteilige Dokumentation DAS ANDERE KINO, die Christian Rittelmeyer und Adolf Winkelmann 1969 für den WDR realisierten.

Als Gäste werden Gisela Getty, Christian Rittelmeyer und Adolf Winkelmann die Werkschau begleiten.

Die Werkschau wurde kuratiert von Tobias Hering und Peter Hoffmann und umfasst vier Teile mit insgesamt 16 Filmen.

www.kasselerdokfest.de



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Ausgabe
Oktober / November 2019

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