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news | auszeichnungen    29.10.2019

Herbert Strate-Preis 2019 geht an Mario Adorf

Film- und Medienstiftung NRW und HDF Kino e.V. vergeben dieses Jahr den Herbert Strate-Preis an den Schauspieler Mario Adorf.

 

 

Die von der Film- und Medienstiftung NRW und dem HDF Kino e.V. seit 2004 jährlich verliehene Auszeichnung des mit 20.000 Euro dotierten Herbert Strate-Preises ehrt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um das deutsche Kino und den deutschen Film verdient gemacht haben. 

Die 16. Verleihung an den Schauspieler Mario Adorf findet am Dienstag, 5. November, im Rahmen des Kinoprogrammpreis NRW in Köln statt.

Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW: „Mario Adorf ist ohne Frage ein Ausnahmeschauspieler, der dem deutschen und internationalen Kinofilm und auch dem Fernsehen seit mehr als sechs Jahrzehnten unvergessliche Figuren und Geschichten geschenkt hat, einer, der in großen Charakterstudien und kleinen Rollen brilliert, der Filmkunst dient und das große Publikum begeistert. Und mehr als das, er zeigt Haltung, in seinen Filmen, auf der Bühne und in seinen Büchern. So hat sich Mario Adorf nicht nur, aber vor allem um Film und Kino große Verdienste erworben. Wir gratulieren ihm zum Herbert Strate Preis 2019“

Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HDF Kino e.V.: „Das Publikum kann sich darauf verlassen: Wenn Mario Adorf mitspielt, erwartet es Besonderes, nämlich Unterhaltung im besten Sinne, Unterhaltung mit Anspruch, mit Geist, mit Herz. Viele Millionen Besucher hat Adorf über die Jahre in die Kinos gezogen. Und auch im hohen Alter ist er experimentier- und spielfreudig geblieben, und das mit einer Energie, die Leinwand und Bildschirm geradezu vibrieren lässt. – Es ist uns eine außerordentliche Freude, Mario Adorf am 5. November mit dem Herbert Strate-Preis auszuzeichnen, verbunden mit dem Wunsch, dass noch viel aufregende und anregende Arbeit auf ihn wartet!“

Jury und Jurybegründung

Der Jury gehören Filmstiftungs-Geschäftsführerin Petra Müller, die Vorstandsvorsitzende des HDF Kino e.V., Christine Berg, und die Kinobetreiberin Margarete Papenhoff an. In deren Begründung heißt es: „Mario Adorf ist einer der bekanntesten, beliebtesten und besten Schauspieler Deutschlands. Zahllose unvergessene Filme von Autoren und Regisseuren wie Billy Wilder, Sam Peckinpah, Rainer Werner Fassbinder, Helmut Dietl, Margarethe von Trotta, Philipp Kadelbach, Volker Schlöndorff, Lola Randl oder Urs Egger hat er mitgeprägt, hat gerade den Filmen junger Filmemacher mit seiner Bekanntheit das Interesse eines großen Publikums gesichert. So hat er sich immer wieder auch für risikoreiche Projekte engagiert, die mit wachen Augen auf die deutsche Gesellschaft und auf internationale Entwicklungen schauen. Durch seine Mitwirkung in vielen internationalen Spielfilmen war er immer auch ein unübersehbarer Botschafter des deutschen Kinos. Es ist uns eine große Freude, Mario Adorf mit dem Herbert Strate-Preis auszuzeichnen.“

Der Preisträger Mario Adorf 

In Zürich geboren, in Meyen in der Eifel aufgewachsen, studierte der 1930 geborene Sohn einer Deutschen und eines Italieners ab 1950 an der Universität Mainz Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literatur, Musikgeschichte und Theaterwissenschaften. Seine Freizeit verbrachte er entweder in einer studentischen Box-Mannschaft oder auf einer Laienbühne. Nachdem er 1953 an die Uni Zürich gewechselt hatte, besserte er seinen spärlichen Unterhalt als Statist und Regieassistent am dortigen Schauspielhaus auf. Dabei wurde seine Leidenschaft für das Schauspiel endgültig manifestiert. Mario Adorf brach seine Studien ab, ging nach München und ließ sich an der Otto-Falckenberg-Schule ausbilden. Bereits im folgenden Jahr hatte er sein erstes Engagement an den Münchner Kammerspielen. Filmangebote ließen nicht lange auf sich warten.

Bekannt wurde Mario Adorf durch seine beängstigend intensive Verkörperung des psychopathischen Frauenmörders Bruno Lüdke in „Nachts, wenn der Teufel kam“, inszeniert von Robert Siodmak. Über Jahrzehnte galt diese Rolle als eine seiner wichtigsten. Vor einigen Jahren stellte sich jedoch heraus, dass der wirkliche Bruno Lüdke kein Mörder war. Er war von den Nazis als solcher verunglimpft und missbraucht worden und starb ohne Gerichtverfahren vermutlich in Folge grausamer Menschenversuche. Mario Adorf hat in jüngster Zeit mehrfach betont, dass er deshalb auf die Rolle nicht mehr stolz sein kann, auch, weil er einem Menschen, der wirklich gelebt hat, zu einem schrecklichen öffentlichen Bild verholfen habe. Dieses Bekenntnis des Schauspielers, das zeigt, mit welchem Verantwortungsbewusstsein er arbeitet, hat die ohnehin schon große Verehrung vieler seiner Fans noch einmal zusätzlich gestärkt.

Die Zahl der Rollen, die Adorf in der Folge in deutschen und internationalen Kino-Spielfilmen und Fernsehfilmen verkörpert hat, ist enorm. Er prägte sich den Zuschauern stets nachhaltig ein, sei es als Schurke, wie in „Winnetou I“, oder als italienischer Faschistenführer im Polit-Thriller „Die Ermordung Matteottis“, als Wirtschaftswunder-Macho in „Lola“ von Regisseur Rainer Werner Fassbinder oder als ungeschlachter Vater in "Die Blechtrommel“ von Volker Schlöndorff, in Fernseh-Hits wie "Kir Royal“ oder "Der große Bellheim“. Bemerkenswerte Auftritte hatte Mario Adorf in den letzten Jahren in Lola Randls Spielfilm "Die Erfindung der Liebe“, "Der letzte Mentsch“ von Pierre-Henri Salfati und Philipp Stölzls Fernseh-Dreiteiler "Winnetou – Der Mythos lebt“. Zuletzt wurde der Schauspielstar auf der diesjährigen Berlinale für seine schonungslos offene Selbstbetrachtung in dem Dokumentarfilm "Es hätte schlimmer kommen können – Mario Adorf“ von Dominik Wessely gefeiert. Der Film läuft in beim diesjährigen Film Festival Cologne und feiert am 6. November Premiere in der Essener Lichtburg.

Seit den 1990er Jahren hat er sich mit mehreren Büchern mit Erzählungen und einigen Erinnerungsbänden auch als Erfolgsautor etabliert. Mario Adorf, der im Laufe seiner Karriere mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen geehrt wurde, darunter mehrere Bundesfilmpreise und das Große Bundesverdienstkreuz, hat in diesem Jahr mit dem autobiografischen Erzählabend „Zugabe“ auf einer ausgiebigen Tournee durch Deutschland Abschied von der Bühne genommen. Zur Freude seiner Verehrer und Bewunderer hat er aber in mehreren Interviews bekundet, dass er für gute Rollen weiterhin vor Film- und Fernsehkameras treten wird.

www.filmstiftung.de 

 



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Oktober / November 2019

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