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news | veranstaltungen    29.11.2019

Münchner Filmmuseum feiert Peter Lilienthal mit einer Werkschau

Zu seinem 90. Geburtstag würdigt das Münchner Filmmuseum den Filmemacher Peter Lilienthal mit einer Retrospektive seltener Werke.

Peter Lilienthal  (1983)  ©  Romain Geib

Peter Lilienthal (1983) © Romain Geib

 

Vom 28. November 2019 bis zum 19. Februar 2020 zeigt das  Münchner Filmmuseum zehn eher unbekannte Werke von Peter Lilienthals darunter frühe Fernsehfilme, die der Filmemacher zwischen 1962 und 1972 gedreht hat.

Ab dem 28. November wird die Reihe mit Peter Lilienthal als Gast eröffnet. Dabei werden zwei auch heute noch politisch brisante Filme vorgestellt: 

MALATESTA (1970) über den Aufstand von Sozialrevolutionären unter Anführung des italienischen Emigranten Malatesta 1910 in London sowie den Dokumentarfilm Shirley Chisholm for President (1972), der die demokratische Präsidentschaftsbewerberin 1972 in den USA im Vorwahlkampf begleitet. Als erste afroamerikanische Frau im Kongress forderte sie Präsident Richard Nixon heraus. Heute kann der Film noch einmal ganz neu gewürdigt werden. 

Lilienthals frühe Filme überraschen durch ihren experimentellen Charakter und die Wahl seiner Themen. In der Kleinbürger-Farce SERAPHINE ODER DIE WUNDERSAME GESCHICHTE DER TANTE FLORA (1965) etwa geht es um die „verrückte Anhänglichkeit an Seeungeheuer und gefräßige Tanten“ (Heinz Ungureit), in ABSCHIED (1966) erzählt er wortkarg und atmosphärisch dicht von einer namenlosen und zerrissenen Familie, die zur Beerdigung der verstorbenen Mutter im Nachkriegs-Charlottenburg für einen Tag zusammenkommt.

Peter Lilienthal wurde am 27. November 1929 in Berlin geboren, emigrierte mit seiner Mutter 1939 nach Uruguay, wo er Kunstgeschichte und Jura studierte. 1954 kehrte er nach Berlin zurück, begann ein Studium an der Hochschule der Künste, unterrichtete an der noch neuen DFFB und arbeitete anschließend für das deutsche Fernsehen, das noch viel Raum für Experimente ließ. Er war Mitbegründer des Filmverlags der Autoren und 1985 erster Direktor der Abteilung Film und Medien an der Akademie der Künste in Berlin.
Kreativität und Improvisation waren gefragt, die auch von Kameramännern wie Michael Ballhaus, Gérard Vandenberg und Dietrich Lohmann, mit denen Lilienthal zusammenarbeitete, geboten wurde. In den folgenden Jahren drehte Peter Lilienthal zahlreiche Filme, in denen er vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen mit Diktatur und Exil wiederholt auf die politische Entwicklung in Lateinamerika eingeht wie DER AUFSTAND (1980) über die Revolution in Nicaragua. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2009 die Medaille "München leuchtet – Den Freunden Münchens“ in Gold, sowie mehrere Goldene Bären bei der Berlinale. 2011 erhielt er den Regiepreis "Metropolis" - Ehrenpreis des Bundesverband Regie und der VG Bild-Kunst für sein Lebenswerk.

Alle Titel und Termine der Retrospektive unter www.muenchner-stadtmuseum.de/film 



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Ausgabe
Oktober / November 2019

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