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news | auszeichnungen    18.05.2020

Die Gewinnerfilme des DOK.fest München @home 2020

Am Wochenende wurden anläßlich der diesjährigen Online-Ausgabe des Festivals die besten Dokumentarfilme des 35. DOK.fest München ausgezeichnet und als Hauptpreise die VIKTORS verliehen.

Still aus ACASA, MY HOME © DOK.fest München

Still aus ACASA, MY HOME © DOK.fest München

 

 

Die Gewinner.innen der Hauptwettbewerbsreihen des 35. DOK.fest München:

Main Competition DOK.international:  ACASA, MY HOME / Radu Ciorniciuc

DOK.deutsch: WEIYENA – EIN HEIMATFILM / Weina Zhao, Judith Benedikt

DOK.horizonte: THEY CALL ME BABU / Sandra Beerends

FFF-Förderpreis Dokumentarfilm: CHADDR – UNTER UNS DER FLUSS / Minsu Park

megaherz Student Award: REGELN AM BAND, BEI HOHER GESCHWINDIGKEIT / Yulia Lokshina

 

Festivalleiter Daniel Sponsel: „Das Niveau der Wettbewerbsreihen war bei unserer diesjährigen Online-Edition genauso exzellent wie bei den vergangenen regulären Festivals. Dass wir all diese starken und wichtigen Filme online als Deutschlandpremieren und mitunter sogar als Weltpremieren zeigen können, ist einer der schönsten Erfolge des diesjährigen Festivals, das unter so schwierigen Bedingungen stattfindet. Ebenso freuen wir uns über den Zuspruch, der unsere Erwartungen weit übertrifft: Wir erreichen online unser Stammpublikum und darüberhinaus viele neue Zuschauerinnen und Zuschauer in ganz Deutschland."

Das DOK.fest München @home 2020 dauert ONLINE noch bis zum 24. Mai

 

Die Gewinnerfilme im Detail:

 

VIKTOR Main Competition DOK.international

ACASA, MY HOME

Regie: Radu Ciorniciuc

Jurybegründung: „Wir haben uns dazu entschieden, einen Film auszuzeichnen, der viel Zeit mit seinen Protagonisten verbracht hat, um eine Intimität herzustellen, die im Kino selten zu sehen ist. Es ist die Geschichte einer Familie, die am Rande der Gesellschaft lebt. Der Film berührt Fragen der Gentrifizierung, des Umweltschutzes und der Stadtentwicklung, die für unsere heutige Zeit so relevant sind. Radu Ciorniciuc schafft eine filmische und journalistische Erzählung, die zeigt, wie das Leben auseinanderfallen kann, wenn wir die Verbindung zur Natur und zu uns selbst verlieren. Der Mikrokosmos der Roma-Familie steht dabei paradigmatisch für alle Krisen, die wir durchleben, und lässt so die globale Katastrophe erahnen."

Jury: Denise Bucher (Kulturredaktorin der "NZZ am Sonntag“, Präsidentin des Schweizerischen FilmkritikerInnenverbands), Ines Kaizik-Kratzmüller (PR- und Marketingberaterin, Schauspielerin und Co-Theaterleiterin), Sudeep Sharma (Programmgestalter, Sundance Filmfestival)

Gestiftet vom Bayerischen Rundfunk, dotiert mit 10.000 EUR. Nominiert waren Filme, die ein breites inhaltliches und formales Spektrum aufweisen und sich durch ihre hohe künstlerische Qualität auszeichnen.

 

VIKTOR DOK.deutsch

WEIYENA – EIN HEIMATFILM  

Regie: Weina Zhao und Judith Benedikt

Jurybegründung: „Weina Zhao ist in Wien aufgewachsen. In ihrem vielversprechenden ersten Film begibt sie sich unter ihren Familienmitgliedern in China auf (Selbst-)Entdeckungsreise, um ihr eigenes Leben zwischen zwei Kulturen verstehen zu lernen. Doch was auf der persönlichen Ebene der Familiengeschichte beginnt, weitet sich bald zu einer breiteren Perspektive, wenn Eltern und Großeltern bisher unerzählte Geschichten aus der Vergangenheit während und nach der Kulturrevolution miteinander teilen. Bewegend, herzzerreißend, erschreckend, aber letztlich lebensbejahend: WEIYENA – EIN HEIMATFILM ist das zutiefst persönliche Debüt einer Filmemacherin, die dabei ist, nicht nur ihre eigene Geschichte zu entdecken, sondern auch die eigene Art, davon zu erzählen."

Jury: Helle Hansen (Filmbeauftragte, Norwegisches Filminstitut), Kati Juurus (Künstlerische Leiterin des Dokumentarfilmfestivals DocPoint Helsinki), Mads Mikkelsen (Programmer und Leiter des Auswahlkomitees, CPH:DOX)

Dotiert mit 5.000 EUR. Nominiert waren Filme, die sich mit Menschen und Themen im deutschsprachigen Raum auseinandersetzen.

 

VIKTOR DOK.horizonte

THEY CALL ME BABU

Regie: Sandra Beerends

Jurybegründung: "Eine emotionale Zeitreise in die Vergangenheit enthüllt ungesehenes Filmmaterial über das koloniale Indonesien und die Schiffsreise nach Holland. Wir treffen ein Kindermädchen, Babu, dessen Liebe für die niederländische Familie und ihre Kinder alle drei Jurymitglieder verzaubert hat. Ein Film, der eine persönliche Geschichte mit dramatischen Ereignissen verbindet, in dem die Vergangenheit lebendig wird und uns auf einer zutiefst menschlichen Ebene anspricht. Die Sensibilität der Regisseurin beim Erzählen der Geschichte ist überwältigend."

Jury: Petra Seliškar (Künstlerische Leitung bei Makedox, Regisseurin und Produzentin), Eroll Bilibani (Leiter des DokuLab, DokuFest Prizen), Marc-André Schmachtel (Leiter Bereich 34 / Film, Fernsehen, Hörfunk, Goethe-Institut)

Mit der erhöhten Summe von 5.000 EUR dotiert und gestiftet von der Petra-Kelly Stiftung. Nominiert waren Filme, die ihr Augenmerk auf Länder mit instabilen Strukturen richten.

 

FFF-Förderpreis Dokumentarfilm

CHADDR – UNTER UNS DER FLUSS

Regie: Minsu Park

Jurybegründung: „CHADDR – UNTER UNS DER FLUSS erzählt von einer Familie in der abgeschiedenen Welt des indischen Himalaya. Darin begleitet ein Vater seine drei Töchter seit 18 Jahren auf dem extrem gefährlichen Fußweg entlang des vereisten Flusses Chaddr zur Schule. Minsu Park zeigt unaufdringlich und fast nebenbei das Große im Kleinen: wie Klimawandel und technologischer Fortschritt die entbehrungsreiche Welt der Familie existentiell bedrohen. Kamera, Schnitt und Musik schaffen kongenial einen ruhigen, unwiderstehlichen Sog, der staunen macht und eine tiefe Empathie für die Protagonist.innen entstehen lässt."

Jury: Anke Zindler (PR-Agentin), Holger Recktenwald (Filmverleiher, mindjazz pictures), Bernhard Simek (Koordinator Dokumentarfilm & Osteuropa bei German Films Service + Marketing GmbH)

Gestiftet vom FilmFernsehFonds Bayern, dotiert mit 5.000 EUR, für bayerische Nachwuchsregisseur.innen (reihenübergreifend).

 

megaherz Student Award

REGELN AM BAND, BEI HOHER GESCHWINDIGKEIT  

Regie: Yulia Lokshina

Aus der Jurybegründung: „Mutig und ohne Rücksicht auf klassische Erzählbögen, facettenreich und aus unterschiedlichsten Blickwinkeln heraus entfaltet sich dieser Dokumentarfilm. Staunend taucht man ein in einen geformten Kosmos, der in der originellen Zusammenstellung unterschiedlicher Elemente so viel mehr erzählt als nur über konkrete prekäre Arbeitsverhältnisse, das soziale Engagement, dagegen vorzugehen und die Ermutigung, im Theaterunterricht darüber nachzudenken. Der Film macht genau das, was Kino im schönsten Fall leisten kann: Er formt Bilder im Kopf, statt nur auf der Leinwand."

Eine Jury aus Studierenden vergibt den Preis an einen Film der Reihe "Student Award". Dotiert mit 3.000 Euro, gestiftet von der Filmproduktionsgesellschaft megaherz.

 

Informationen zu allen Filmen hier.

 



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