Technologie und Medienrealisation in Film und Video
news | veranstaltungen    30.10.2020

Retrospektive DoP Christian Berger beim Filmarchiv Austria

Das Filmarchiv Austria widmet unter dem Titel »Rebel with a Camera« dem Regisseur und Bildgestalter Christian Berger vom 5.11. bis 2.12. 2020 eine Hommage, die neben den eigenen Regiearbeiten auch dazu einlädt, den Zauber des Lichts (neu) zu entdecken.

Kameramann und Regisseur Christian Berger © romain geib

Christian Berger als Entwickler des »Cine Reflect Lighting Systems«

Bildgestalter und Filmemacher Christian Berger © Filmarchiv Austria

Still aus »Disengagement« (2007) R: Amos Gitai, mit Juliette Binoche

Still aus »By the Sea« R: Angelina Jolie, mit Angelina Jolie, Brad Pitt

Still aus »Nacht der 1000 Stunden«



»Mir ist eine Geschichte, oder besser gesagt, die Absicht, eine Geschichte zu erzählen, genauso wichtig wie einem Schriftsteller – nur: Ich will sie eben mit fotografischen Bildern in einem gewählten Zeitausschnitt und -ablauf erzählen. Das ist Film.« (Christian Berger)

Leidenschaft, Widerständigkeit und Beharrlichkeit zeichnen das Schaffen des gebürtigen Südtirolers Christian Berger aus. Angesichts seiner Welterfolge als Kameramann – vor allem in Zusammenarbeit mit Michael Haneke – und seiner lichttechnischen Innovationen scheinen seine eigenen Regiewerke allerdings etwas in den Schatten gerückt zu sein.

Dabei sind sie Zeugnis jenes besonderen Aufbruchmoments in der österreichischen Filmgeschichte, in dem sich der Anspruch an professionelle Autorenschaft erstmals einlöst, wie Filmarchiv-Programmverantwortlicher Florian Widegger feststellt.

Dazu gehört Bergers frühe Begegnung mit dem Universalgenie und Revoluzzer Werner Pirchner, mit dem er die Satire DER UNTERGANG DES ALPENLANDES dreht – eine Abrechnung mit den verkrusteten Strukturen des Landes ebenso wie mit jenen, die sie am Leben erhalten. Natürlich löst der heutige Kultfilm bei seiner Ausstrahlung einen Skandal aus – geschadet hat er den Karrieren der beiden allerdings nicht.

Anfang der 1980er-Jahre beginnt Berger als Kameramann an den Sets anderer Regisseure zu arbeiten und legt 1984 mit RAFFL sein Langfilmdebüt vor: ein neuer österreichischer Heimatfilm, geprägt von »Eigensinn seines Themas, Sorgfalt in seiner Bild- und Tonsprache und karger, stiller Schönheit«, heißt es in der Jury-Begründung des Max-Ophüls-Preises.

Auch HANNA MONSTER, LIEBLING, sein zweiter Film, den er mit Ehefrau Marika Green in der Hauptrolle dreht, feiert auf der ganzen Welt Erfolge, während er zuhause auf wenig Gegenliebe stößt. Wie seinen Kollegen Wolfram Paulus (bei dessen NACHSAISON Berger die Kamera führt), Ernst Josef Lauscher, Niki List und Fritz Lehner gelingt es ihm in den 1990er-Jahren immer schwerer, als Regisseur Projekte auf den Weg zu bringen. Sein dritter und letzter Spielfilm MAUTPLATZ erzählt bezeichnenderweise im zusammenwachsenden Europa von den großen, unrealisierten Träumen in der Welt.

Als Kameramann ist Berger heute gefragter denn je, was zum einen mit der Resonanz seiner Arbeiten mit Michael Haneke zusammenhängt als auch mit der (konsequenten Weiter-)Entwicklung seines Cine Reflect Lighting Systems, einer Beleuchtungsmethode, die vor allem mit natürlichem Licht und Reflektoren arbeitet: »Ich wollte immer, dass der Schauspieler, ein Gesicht oder eine Landschaft leuchtet, nicht die Lampe.«

Ein Anspruch, der Christian Berger bis heute nicht nur zahlreiche Auszeichnungen (u. a. Cinematographer of the Year für DAS WEISSE BAND) einbringt, sondern ihm den Weg bis nach Hollywood geebnet hat.

Ein Werkstattgespräch mit Christian Berger soll am Sonntag 8.11. stattfinden. Eintritt frei.

Filmarchiv Austria
Retrospektive Christian Berger »Rebel with a Camera«

5.11.–2.12.2020

Kurator: Florian Widegger

Spielort: METRO Kinokulturhaus   Johannesgasse 4 | 1010 Wien

www.filmarchiv.at



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